AUDIOINTERFACE

Cymatic Audio uTrack 24

Cymatic Audio uTrack 24


Mit dem uTrack 24 bietet Cymatic Audio eine sehr hochwertige Kombination aus drei, vor allem im Live-Betrieb sehr nützlichen Tool’s: Ein 24-Spur Recorder, ein 24-Spur Player, sowie ein 24 I/O-Audio Interface. Das alles findet unglaublicher Weise Platzauf 1HE im 19“ Rackformat. Die Funktionen sind damit eigentlich schon genannt, und obwohl es so simpel und nützlich erscheint, sind Cymatic Audio doch die ersten, die diese Kombination realisiert haben.





Die Fakten vorab:
Mit dem uTrack 24 sind folgende Anwendungen möglich: - simultanes Recording von 24 Spuren auf ein externes USB-Speichermedium beliebiger Größe - simultane Wiedergabe von 24 separaten Spuren von einem externen USB-Speichermedium - Verwendung als 24 Kanal I/O USB Audio Interface mit bis zu 96kHz Ob der uTrack alles hält, was er verspricht, testen wir hier.   Lieferumfang In der Verpackung befindet sich neben dem Gerät selbst alles nötige Zubehör: ein Stromanschluss-Kabel, ein USB-Kabel, um den uTrack 24 mit dem Rechner zu verbinden, sowie ein „Quick Start Guide“, der alle zur Inbetriebnahme relevanten Informationen enthält. Der uTrack wirkt sehr hochwertig und die Haptik überzeugt. Das Gerät ist rundherum ordentlich verarbeitet, die Oberfläche ist aus stabilem, schwarzen Metall, welches mit einer Orange eloxierten Metallplatte an der Front kombiniert ist. Die Bedienelemente und Potis sind aus stabil anmutendem Kunststoff und die Buttons zur Navigation aus Gummi gearbeitet. Sehr gute Umsetzung! Lediglich die Klinkenbuchsen für das Anschließen von Kopfhörer und Fußpedal sitzen für meine Erwartungen etwas zu locker im Gerät, was ein unangenehmes Wackeln bei Benutzung zur Folge hat.





Anschlüsse

Ein Großteil der wichtigsten Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Gerätes. Hier findet man die 24 Line-In’s, sowie 24 Line-Out’s aufgeteilt auf insgesamt 6 (x8) SUB-D 25 Pin-Anschlüsse, welche die symmetrische Leitungsführung sämtlicher Ein- und Ausgänge ermöglichen. Hinzu kommt ein Stereo Main-Ausgang zum Anschluss einer aktiven Studioabhöre, sowie ein BNC Ein- und Ausgang für Wordclock-Signale, Sync Ein- und Ausgänge, ein Midi-Ausgang, sowie ein USB-Anschluss für die Verwendung des uTrack als USB-Interface. Ein Stromanschluss, sowie eine CAT-Buchse zur bald angekündigten Steuerung über eine dedizierte Software rundet das Angebot an Anschlüssen ab. Auf der Vorderseite lässt sich noch der USB-Anschluss für externe Speichermedien als Aufnahmeziel, oder aber als Wiedergabequelle finden, weiterhin sind ein Klinkenanschluss für einen Fußschalter und ein Kopfhörerausgang vorhanden.




Optik

Der uTrack 24 ist im Betrieb weiß beleuchtet, die Buttons, sowie das Display sind daher auch in - meist dunklen - Live-Situationen gut zu erkennen. Das Display zeigt stets die wichtigsten Informationen an: den Modus, in dem das Gerät betrieben wird, die Kanalanzahl, die verwendete Bittiefe und Samplerate, die Wordclock-Quelle und, je nach Aufnahme-, oder Wiedergabesituation zusätzliche wichtige Daten wie die Lautstärke des Kanals, das Panorama, Solo-, oder Mute-Funktionen, die Nummer des aktuellen Takes, oder die verstrichene und noch verfügbare Zeit.



Bedienung und Menü-Navigation


Obwohl das Gerät mit vielen, mehr oder weniger komplexen Funktionen aufwartet, kommt man hier angenehmer Weise mit sehr wenigen Tastern und Reglern aus, mit denen sich alle Features bedienen lassen. Hier ist alles sehr intuitiv gestaltet, das Zentrum der Kontrolle bildet ein gerasterter Endlos-Encoder mit Druckpunkt. Die restlichen Buttons zur Navigation sind ebenfalls sehr eindeutig gestaltet: ein Button führt den Nutzer ins Menü (welches auch nur die wichtigsten Einstellmöglichkeiten beinhaltet und nicht durch eine Vielzahl an unnötigen Optionen verwirrt), ein Button ist als „Zurück“-Taste deklariert und ein Button öffnet eine Browser-Ansicht, mit der man bequem das angeschlossene USB-Medium nach den benötigten Files durchforsten kann. Hinzu kommen noch die größten Bedienelemente an dem Gerät: Start-, Stopp-, Record-, sowie Vor- und Zurück-Buttons, welche Dank ihrer großen Ausführung und den großen, Beleuchteten Symbolen darauf wohl auch in der Hektik des Gig-Alltags nicht zu übersehen, oder zu verwechseln sind. Die Ausstattung an Bedienelementen wird durch zwei Lautstärkeregler für die Main-Abhöre, sowie den Kopfhörerausgang abgerundet.





USB-Datenträger

Wie oben bereits erwähnt, arbeitet der uTrack 24 mit externen Speichermedien, auf einen internen Speicher wird hier also vollkommen verzichtet. Als Datenträger können sämtliche USB-Medien verwendet werden. Hierbei bestimmt die Größe natürlich die mögliche Aufnahmezeit. Der USB-Datenträger muss in FAT32 formatiert sein, idealerweise nutzt man aber einfach die im Gerät implementierte Funktion zum Formatieren des Mediums. Dabei sollte man nur beachten, dass der Datenträger natürlich vollständig gelöscht wird. Cymatic Audio an sich empfiehlt die Verwendung von externen Festplatten gegenüber herkömmlichen USB-Sticks, da selbst gute USB-Sticks in ihrer Zuverlässigkeit und Stabilität noch immer nicht an externe Festplatten heranreichen.


Dateiübertragung

Die Übertragung von Audiodaten auf den Stick und vom Stick auf den Rechner gestaltet sich zum Glück sehr einfach. Das auf der Cymatic Audio-Internetseite kostenlos zum Download bereit stehende Programm „WAVTool“ ist genau für diese Zwecke gestaltet und sehr selbsterklärend. Unter dem Reiter „Import“, findet man, sobald das entsprechende USB-Medium eingelegt und ausgewählt ist, eine übersichtliche Auflistung der mit dem uTrack 24 getätigten Aufnahmen. Diese lassen sich bequem einzeln, oder auch zu mehreren in einen Ordner der Wahl kopieren. Ähnlich simpel ist das Exportieren von Audiodaten auf das USB-Medium. Unter dem Reiter „Export“ muss man hier zunächst einen Song erstellen, dem dann Audiofiles aus einem beliebigen Ordner auf dem Rechner zugeteilt werden können. Hier gilt es darauf zu achten, dass man alle .WAV-Dateien mit der selben Samplerate und Bittiefe erstellt hat, da die Wiedergabe sonst nicht funktioniert. Insgesamt arbeitet die Software sehr zuverlässig, innerhalb des Tests sind mir keine Fehler aufgefallen und das ganze geht sehr intuitiv von statten. Im Gegensatz zu der für den LP-16 benötigten Software (s. vorangegangenener Test), ist diese hier sehr angenehm umgesetzt und glücklicher Weise auch für den Mac verfügbar.


Interner Mixer

Der uTrack 24 bietet zur einfachen Überwachung der aufgenommenen, bzw. wiedergegebenen Daten einen internen Monitor-Mixer. Hier kann jede der maximal 24 gleichzeitig verarbeiteten Spuren individuell in Lautstärke und Panorama angepasst, sowie gemutet, oder Solo gehört werden. Dies geschieht komplett über den Endlos-Encoder und geht ebenfalls sehr intuitiv von der Hand. Der so erstellte Stereomix wird über den Kopfhörer-Ausgang und den Main-Ausgang ausgegeben und hat keinen weiteren Einfluss auf die Einzelspuren. Diese Möglichkeit des Direct Monitorings ist also sehr praktisch, um das aufgenommene Material schnell zu überprüfen. Als großes Manko ist mir aufgefallen, dass der uTrack die eingestellten Werte für Lautstärke und Panorama leider nicht speichert. Sobald man also einen anderen Song anwählt und dann wieder zum ursprünglichen Song zurückspringt, sind alle Einstellungen gelöscht und man muss wieder von vorne beginnen. Das könnte man besser lösen.







Bedienung Recording

Das Recording gestaltet sich super einfach. Um Datenverlust durch „menschliches Versagen“ zu vermeiden, läuft der uTrack automatisch in einem „Pre-Recording“-Mode, nimmt also automatisch immer auf und erstellt so die Datei ab 5 Sekunden, bevor der Record-Button gedrückt wurde. Sehr schön! Hat man im Menü die entsprechenden Einstellungen für die Spuranzahl (bis zu 24), die Bittiefe (16 oder 24), sowie die Samplerate (44100-96000Hz) gewählt, muss man lediglich den Record-Button drücken, schon beginnt der uTrack auf allen Kanäle aufzunehmen. Einfacher geht es wirklich nicht! Es gibt hier zwar nicht die Möglichkeit, einzelne Spuren erneut aufzunehmen, um beispielsweise etwas auszubessern, aber das ist von Cymatic Audio durchaus so gewünscht, da hier absolut auf schnelles und unkompliziertes Live-Recording gezielt wird und man keinesfalls in Konkurrenz zu DAW’s oder altehrwürdigen Multitrackern treten will. Also gibt es hier gar nichts zu meckern!

Als zusätzliche Funktionen kann an dieser Stelle noch die Marker-Funktion erwähnt werden, welche im laufenden Betrieb bei Druck der „Play“-Taste einen Marker hinzufügt. Mit diesen Markern kann man später navigieren, oder auch das Audiomaterial beim Rechner-Import an diesen Stellen teilen. Letzteres ist durch eine Besonderheit des uTrack 24 besonders nützlich: Die Dauer der Aufnahme wird einzig durch die Größe des angeschlossenen Speichers bestimmt! Bei entsprechend großen Festplatten ist es also durchaus möglich, ein komplettes Konzert am Stück in einer Datei aufzuzeichnen. Wahnsinn!





Wiedergabe

Auch hier ist die Bedienung sehr intuitiv gestaltet. Durch die sehr reduzierten Bedienelemente kann man hier wenig falsch machen und so sollte jeder, der schon mal einen Musikplayer (ob Tape, CD, oder am Rechner) bedient hat, auch mit dem uTrack klarkommen. Per „Browse“-Schalter kann man durch die verschiendenen Multitracksessions auf dem verbundenen Speicher navigieren, die Auswahl erfolgt per Endlos-Encoder. Hat man das gewünschte Stück ausgewählt, reicht ein Druck auf die „Play“-Taste zum Abspielen. Wiederum per Endlos-Encoder hat man noch die Möglichkeit, an eine bestimmte Stelle innerhalb des Stücks zu springen, ansonsten verbleiben die normalen Funktionen „Skip“ und „Stop“. Klang Am Klang des uTracks gibt es nichts zu meckern. Die Signale werden ohne auffälliges Rauschen und verzerrungsfrei aufgezeichnet. Die Wandlungen in beide Richtungen funktionieren einwandfrei.





Als sehr positiv sind die SUB-D-Anschlüsse hervorzuheben, welche die Möglichkeit bieten, die Signale über 8-kanalige Kabelpeitschen symmetrisch auszugeben. So hat man auch die Möglichkeit, über längere Strecken störungsfrei zu arbeiten, was gerade im Live-Betrieb einen großen Vorteil darstellt.






Fazit

Der uTrack 24 von Cymatic Audio kann voll und ganz überzeugen. Die simple Bedienung und der großzügige Umfang an Anschlüssen sprechen für sich. Ob für ein Live-Recording, als Playback-Lieferant für Konzerte, oder aber als 24 I/O-USB-Interface, der uTrack arbeitet stets zuverlässig und sehr solide. Gerade für die Recording-Situationen bin ich absolut überzeugt. Bloß die SUB-D-Peitschen ins FOH-Pult stöpseln, Gerät einschalten, ein Knopfdruck, schon kann es losgehen. Das alles gibt es auf minimalsten Abmessungen in einer HE bereits zu einem Preis von 799,-€. Unter diesen Umständen sind die minimalen Mankos (Fehler im internen Monitormischer, Kopfhörer-Buchse) absolut zu verschmerzen. Eine klare Kaufempfehlung für jeden, der viel Live Unterwegs ist und eine einfach zu bedienende Lösung für Recording- oder Playback-Situationen sucht!



Features

Recording von gleichzeitig bis zu 24 Kanälen auf ein USB-Medium -Wiedergabe von bis zu 24 Kanälen über separate Outputs -USB-Medium(Fat32) als Quelle/Ziel für .WAV-Dateien -Midi Output zum Steuern von Klangerzeugern oder Lightshows -USB-Audio-Interface-Funktion mit 24 Eingängen und 24 Ausgängen -Interner Monitoring-Mixer

UVP: 951,- €

Vertrieb:  www.musikundtechnik.de