AUDIOINTERFACE

Moto 4pre Audiointerface

Moto 4pre - Audiointerface

 

4 Kanal USB/Firewire Audio Interface (4 analog In, 4 analog Out). Mit dem 4 Pre geht Motu einen besonderen Weg unter den Interface-Herstellern: Das amerikanische Unternehmen setzt auf eine Hybrid-Schnittstelle mit USB und Firewire Anschluss. Dem ein oder anderen Interessenten werden sie damit schon die Kaufentscheidung abgenommen haben. Wir wollten wissen, wie sich das Motu 4 Pre in der Praxis schlägt.

 

 

 

Video - weitere Informationen zum Video am Ende des Test

 

 

Übersicht

Glücklicherweise sorgt Motu gleich bei der Namensgebung für eine klare Einordnung, die wir bei manchen anderen Interfaces dieser Klasse vermissen: Das 4 Pre ist ein Vierkanal-Interface mit vier analogen Eingängen und vier analogen Ausgängen. Die vier Vorverstärker lassen sich als Mikrofonpreamps oder Linepreamps über die rückseitigen XRL-Klinken-Kombibuchsen nutzen. Eingang drei und vier können darüber hinaus zur Hi-Z Verstärkung, also für direkten Instrumentenanschluss genutzt werden. Ausgangsseitig liegen die vier Signale als Klinkenbuchsen an. Eine zweikanalige Digitalübertragung bietet die S/PDIF Schnittstelle. Außerdem auf der Rückseite: Die USB 2.0 sowie die FireWire 800-Schnittstelle neben dem Netzteilanschluss. Letzteren kann man sich sparen, wenn man das 4 Pre über FireWire speist. Somit ist eine perfekte Mobilität gewährleistet.

 


Vorverstärker und Wandler

Wir testen mit einer einfachen Drumset Mikrofonierung: Zwei mal Overhead, Bassdrum, Snare. Das Einpegeln erfolgt über die frontseitigen endlosdrehregler, die über die digital gesendeten Befehle die analoge Verstärkung steuern. Klingt komplizierter als es ist. Anstatt mit einem analogen Poti direkt die Verstärkung zu regeln, geht es über den Umweg einer digitalen Schnittstelle. Davon merkt man nichts. Der Vorteil ist aber, dass auch Gaineinstellungen abspeicherbar sind. Und in der Praxis ist die Regelung besser kontrollierbar als bei den meisten direkten Konkurrenten. Uns fällt als erstes eine tolle Rauscharmut auf, die wir in dieser Klasse nicht erwartet hätten. Die Preamps sind leise und lösen sehr fein auf. Bei der Overhead-Mikrofonie bekommen wir sehr detaillierte Rauminformationen und ein komplexes Bild des Drumsets abgebildet. Auch die nahmikrofonierte Snare klingt natürlich, offen und mit einem satten Attack ausgestattet. Das Bassdrumsignal können wir mit diesen Preamps mit einem wunderbaren Fundament auf Festplatte bringen. Zu dem sehr guten Klang tragen auch die Wandler ihren Teil bei: Mit bis zu 96kHz und 24 Bit lassen sich die Signale aufnehmen. Wobei dieses Interface keinen großen Qualitativen Sprung zwischen 48kHz und 96kHz macht.

 


Software und DSP

Die Installation von Treibern und CueMixFX Software gehen reibungslos über die Bühne. CueMixFX ist auf den 4 Pre internen DSP Prozessor gestützt. Das verspricht eine hohe Performance und Stabilität. Und als besonderes Highlight: Das Motu 4 Pre lässt sich sogar ohne Computer völlig autark als Mixer nutzen. Der Funktionsumfang der Software ist hervorragend: Neben einfachen Mixaufgaben wie Pegeln, Panning und dem Erstellen von Subgruppen können in CueMixFX sogar Talkbackfunktionen genutzt und SMPTESynchronisationen empfangen und gesendet werden. Wer sich also kurz einarbeitet, findet ein gut ausgestattetes digitales Studio wieder. Weiterhin lassen sich DSP-Effekte nutzen und mit der hauseigenen AudioDesk Software gleich Mitschnitte erstellen.

 


Bedienung und Praxis

Motu beweist eine gute Hand bei der Benutzerfreundlichkeit. Der hohe Funktionsumfang der Software muss nicht abschrecken, denn die Einarbeitungszeit ist kurz. CueMixFX ist logisch aufgebaut und in den Grundfunktionen intuitiv zu bedienen. Hat man einmal das System hinter den vier Drehreglern mit Push-Funktion am Interface verinnerlicht, geht auch die Computer-unabhängige Bedienung sehr leicht von Statten. Das Bedienkonzept muss man als intelligent und ausgereift bezeichnen. Natürlich lassen sich nicht sämtliche Funktionen, die mit der Software abgedeckt sind, auch über die Hardware steuern. Aber immerhin erlauben die frontseitigen Regler eine einfache Handhabung von Mixes und Subgruppen. Mit minimaler Einarbeitungszeit begeistern die Funktionen auf so kleinem Raum. Schnell und unkompliziert wird gepegelt, Phantompower geschaltet und mal eben ein Kopfhörermix erstellt. Dass Motu neben der Bedienung und einer sauberen Schnittstelle auch noch mit sehr gutem Klang überzeugen kann, macht das 4 Pre zu einer Empfehlung für mobiles Recording.


Motu 4 Pre
4 x analoge Eingänge, davon 4 x Mikrofon / Line, 2 x Instrument
4 x analoge Ausgänge, Klinke
2 x Kopfhörerausgang
S/PDIF In/Out
USB 2.0
FireWire 800
Spezifikationen:
AD/DA-Wandler 44,1 / 48 / 96 kHz 24 Bit
Phantompower für alle Mikrofoneingänge
Netzteil-Anschluss
UVP: 495,95 €

www.klemm-music.de

 

Video: Hier in dem Video seht ihr die Neuen Dixon C. Brady Snare Drum in der Größe 13"x6" - Im ersten Teil in einer etwas tieferen Stimmung, im zweiten Teil ist die Stimmung etwas höher. An den Drum ist Claus Schulte an einem Dixon Kit aus der Artisan Serie, 22" BD - 14" FT - Dixon Hardware - Becken von Turkish Cymbals aus der Rock Beat Raw Serie. Aufgenommen am 23.05.2012 mit einem MAc Book Pro mit Avid Pro Tools 9, als Audiointerface hatten wir das MOTO 4pre. Das ganze mit nur vier Mikrofonen. An der BD das Shure SM52, an der SD das Shure SM7 und als Overhead zwei Audio-Technica AT 4050. Das ganze haben wir über einen SPL 2contorl mit zwei Adam A7X abgehört. Die Kabel und Stagebox sind von Cordial Kabel.