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M-Audio Pro Fire 2626 Audiointerface

M-Audio ProFire 2626


Das ProFire 2626 hat M-Audio bereits vor vier Jahren auf den Markt gebracht. In der Zeit sind viele Konkurrenzprodukte erschienen. Noch immer besticht das ProFire mit einem funktionalen und gradlinigen Aufbau - aber kann es qualitativ heute noch mithalten?

 

Video - wir haben mehrere Videos mit den Avid Profire 2626 aufgenommen. Mehr Videos findet Ihr auf Youtube.


Übersicht

Der Name unseres Testkandidaten verrät die maximale Anzahl an verfügbaren Audiowegen: Das ProFire kann auf einer 19“ Höheneinheit 26 Signale in beide Richtungen verarbeiten - digitale und analoge zusammengerechnet. Die analogen Signale beschränken sich auf acht Eingänge, jeweils als Mikrofonvorverstärker mit Phantompower und Pad-Funktion oder als Line-Eingang über die XLR-Klinke-Kombibuchsen. Eingang 1 und 2 können außerdem als Instrumenteneingänge genutzt werden. Auch ausgangsseitig liegen acht Buchsen an, allerdings als reine Klinkenbuchsen zur Ausgabe von Line-Signalen. Zusätzlich liegen zwei Stereo-Kopfhörer-Ausgänge an, die separat gespeist werden können.

Auf digitaler Ebene stehen weitere vielfältige Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung:  Zwei ADAT Eingänge und zwei ADAT Ausgänge bieten bei Abtastraten bis 48 kHz 16 Kanäle in beide Richtungen. Höhere Auflösungen erfordern den SMUX Standard, wodurch sich die verfügbare Kanalanzahl wie üblich verringert. Die weiteren digitalen Wege werden über eine D-Sub-Buchse und ein entsprechendes Breakout-Kabel zusammengefasst. Hier liegen zwei optische sowie zwei koaxiale S/PDIF Schnnittstellen an. Weiterhin lassen sich über dieses Kabel Midi und Wordclock I/O anschließen.


Software und DSP

Das ProFire spielt seine Trümpfe aus, wenn es um das Routing von analogen und digitalen Ein- und Ausgängen geht: Nachdem das Gerät per FireWire an den Computer angeschlossen wurde und die sehr einfache ud problemlose Installation abgeschlossen ist, widmen wir uns dem DSP-Mixer und seiner Software-Oberfläche. M-Audio stellt insgesamt 18 Kanäle zur Verfügung. Diese können mit den insgesamt 26 Eingängen und 26 DAW-Rückwegen frei belegt werden. Zusätzlich können maximal sieben Aux-Wege im Mixer genutzt werden. Das eigentliche Routing geht völlig intuitiv und direkt. Die Oberfläche ist übersichtlich und selbsterklärend. Schnell sind Submixe erstellt, die wir auf die Lineouts schicken, um zum Beispiel die Kopfhörer-Preamps der Musiker zu speisen.

Die integrierten Kopfhörerausgänge sind fest mit dem Analog Out 1 und 2 bzw. 3 und 4 gekoppelt. Das ist in der Praxis keine Einschränkung. Man gewöhnt sich an eine entsprechende Arbeitsumgebung. Effekte bietet die DSP-Umgebung nicht, es handelt sich um eine reine Mixing-Matrix. Reverb oder ähnliches holt man sich ohne hin gern aus der gewohnten DAW. Die Latenz ist dabei auch zu vernachlässigen und wirkt wie ein Predelay des Reverbs. Kritischer wird es, wenn EQ und Kompressoren eingesetzt werden sollen, was in einer Abhörsituation die Regel ist. Hier erzeugt der Umweg über die DAW Software gezwungener Maßen Latenzen. Das M-Audio gehört zu den Interfaces, deren Treiber geringe Latenzwerte erzeugen. Letzten Endes muss aber der Computer eine geringe Pufferzahl verarbeiten können. Vier bis acht ms Verzögerung können für perkussive Instrumente schon problematisch sein. Dieses Phänomen teilt sich das M-Audio mit jedem Interface, dessen Audiobearbeitung auf die DAW angewiesen ist und keine latenzarme DSP-Bearbeitung anbietet.


Vorverstärker und Wandler

Wir unterziehen das M-Audio ProFire 2626 dem Klangtest in unserem Drum-Studio. Die Mikrofonvorverstärker haben viele Reserven. Auch sensitives Jazzdrumming wird mit pegelschwachen Mikrofonen solide eingefangen. Geht es dagegen an heftige Pegelspitzen, steht jedem Kanal eine 20dB PAD-Funktion zur Verfügung. Somit ist der Regelbereich der Preamps enorm. Lediglich im obersten Gain-Bereich steigt das Rauschen der Preamps merklich. Um in diesen Bereich zu kommen, muss man aber schon eine leise gespielte Akustikgitarre mit einem dynamischen Mikrofon aufnehmen -
eher die Ausnahme. Klanglich können wir dem ProFire eine wirklich gute Transparenz bescheinigen. Die Signale lösen sehr schön auf und neigen nie zur Färbung. Attacks werden sehr direkt abgebildet. Auch das Low End klingt natürlich, akurat ohne aufzudicken oder schwammig zu werden. Das Gesamtklangbild ist schlichtweg natürlich. Interessant ist, dass der Wandler bei höheren Auflösungen dem Signal noch einmal spürbar mehr Tiefe verleihen kann. 96kHz liefern ein makelloses Bild, das noch offener Klingt als 44,1 oder 48 kHz. Der Unterschied zu 192 kHz ist in unserem Test nicht wahrnehmbar.


Bedienung und Praxis

Das ProFire 2626 begeistert uns durch seine Geradlinigkeit. In der Praxis ist ein Recording Setup mit individuellen Abhörmixes schnell und intuitiv eingerichtet. Die Aufnahmesituation ist entspannt. Beim Einpegeln der Signale stört lediglich die schlechte Ablesbarkeit der Potistellung sowie die mageren LEDs: Lediglich eine Signal- und eine Clip-LED reichen nicht. Mittels der M-Audio Software haben wir den Blick auf ein hochauflösendes Metering am Computerbildschirm. Für den Standalone-Modus muss man sich mit den zwei LEDs pro Kanal begnügen. Die PAD-Funktion mittels Pull-Mechanik am Poti ist dagegen eine ungewöhnliche und gute Lösung.

Sehr gut funktioniert auch das Stacking mehrerer ProFire-Einheiten. Wir haben drei 2626 per ADAT untereinander verbunden und somit 24 analoge Eingangskanäle zur Verfügung. Die Synchronisationseinstellungen sind einfach und schnell erledigt. M-Audio hat hier ganze Arbeit geleistet, um ein stabiles ausgereiftes Produkt zu etablieren.

Auch nach vier Jahren ist das ProFire 2626 voll und ganz auf der Höhe der Zeit. Es ist ein professionelles Tool, dessen DSP-Routing vielfältige Anpassungen an die eigenen Bedürfnisse erlaubt. Deshalb können wir eine klare Empfehlung in Sachen Klang und Praxiswert aussprechen!

 

 


M-Audio ProFire 2626 Spezifikationen:

8 x analoge Eingänge, wahlweise Line oder Mikrofon XLR-Klinken-Kombi, Eingang 1 und
2 zusätzlich als Instrumenteneingang
8 x analoge Ausgänge, Klinke + 2 x Stereo Kopfhörer-Anschluss
2 x Kopfhörerausgang
24bit/192kHz
26 Ein- und Ausgänge gleichzeitig nutzbar
2x ADAT IN/Out (16 Kanäle)
Wordclock I/O
MIDI In/Out
kompatibel zu Pro Tools M-Powered
Win XP/Vista 32bit, Mac OSX
Format: 19”/1HE
UVP: 630,00 €

www.musikundtechnik.de

www.avid.de