BÜCHER

Nils Schröder - Drum Recording Guide

Nils Schröder - Drum Recording Guide

 

Du willst ein Schlagzeug aufnehmen und Dein Budget ist begrenzt? Du hast wenig Erfahrung in Sachen Recording und willst trotzdem einen guten Drumsound bei Deiner Aufnahme? Dann lohnt sich ein Blick in den „Drum Recording Guide“ (2014 quickstart Verlag) von Trommelstimmer Nils Schröder. Nach dem Bestseller „Drum Tuning – Der Weg zum Traumsound“ (2007 PPVMedien) hat er nun sein neues Werk zum Thema Aufnehmen von Schlagzeugen vorgelegt. Neben seiner Autorentätigkeit gibt er Stimmworkshops und arbeitet als Drumsound-Spezialist für Studio und Bühne. Außerdem arbeitet er für ein mittelständisches Unternehmen als Datenbank-Spezialist.

 

 

Zum Inhalt des „Drum Recording Guide“:

Das Buch kommt im sehr kompakten A6-Format als Ringbuch daher. Das kleine Format erklärt auch die recht hohe Zahl von 322 Seiten, die von einer durchsichtigen Kunststoffschablone eingefasst sind. Erst nachdem man diese herausgeschnitten hat, kann man anfangen zu lesen.

Nach der Einleitung und zwei kurzen Kapiteln über die grundlegenden Erwägungen  bei einer einer Aufnahme und das technische Basisverständnis geht es in Kapitel 4 konkret um die Vorbereitung einer Aufnahme. Von der Musik und dem Zusammenspiel in der Band über Verbesserung der Raumakustik und Materialauswahl bis zur Arbeitsteilung und Kommunikation zwischen Trommler, Mikrofonierungshelfer und Knöpfchendrücker werden alle wichtigen Fragen in gut lesbarem Stil behandelt, bevor Nils in Kapitel 5 zum eigentlichen Kern des Geschehens kommt: wo ist das Stückchen Luft, in dem dieses Mikrofon mit dieser Trommel in diesem Raum am besten klingt?

Genau für diese Suche hat er seine empirische Mikrofonierungsmethode entwickelt. Mit Hilfe der oben erwähnten Schablone, die dem Buch beiliegt, platziert man das Mikrofon an verschiedenen Positionen zur Trommel und misst diese. An jeder Stelle macht man eine kurze Testaufnahme und vergleicht diese anschließend miteinander – und entscheidet sich einfach für die Position, an der der Klang am besten ist. Mit der Schablone kann man das Mikro jederzeit leicht wieder an diese Stelle bringen. Nach der gleichen Idee des gezielten Ausprobierens funktioniert auch die Overhead- und die Bassdrum-Mikrofonierung, nur die Messmethoden sind den unterschiedlichen Gegebenheiten angepasst.

 

In Kapitel 6 folgt die eigentliche Aufnahme, der D-Day, wie Nils das nennt. Das Kapitel ist kurz gehalten, was aber nach der ausführlichen Vorbereitung aus den Kapiteln 4 und 5 durchaus angemessen erscheint.

Hat man alles auf der Festplatte, kommt man in Kapitel 7 zur Nachbearbeitung, die der Autor ausdrücklich vom Mix abgrenzt. Hier geht es darum, einzelne Spuren zu bereinigen und die Verhältnisse der aufgenommenen Spuren zueinander zu optimieren. Zusätzlich wird die Funktion der wichtigsten Effekte erklärt, ohne dass Nils konkrete Vorgaben der Art „so geht Drum-Mix“ macht – hier spielt aus seiner Sicht die jeweilige Musik eine viel zu große Rolle, um mit pauschalen Anweisungen zu kommen.

So ist nach gut zwei Dritteln der 322 Seiten das Buch eigentlich zu Ende (und die Aufnahme hoffentlich im Kasten). Das Kapitel 8 ist für die Leser, die es ganz genau wissen wollen. Man findet dort viel kompaktes Detailwissen zu technischen Grundlagen von Mikros, Stereofonie und digitaler Aufnahmetechnik.
 


Zur DVD:

Damit das nicht alles graue Theorie bleibt, ist eine DVD enthalten, in der alle wichtigen Schritte auf dem Weg bis zum fertigen Song erklärt werden. In Youtube-Optik kann man Nils beim den Vorbereitungen und der Umsetzung seiner Konzepte verfolgen wobei er das Geschehen ausführlich kommentiert. Zusätzlich gibt es darauf Checklisten zum selber ausdrucken, die helfen, den Überblick zu behalten.
Ein schönes Goodie ist die Beigabe aller einzelnen Audiospuren, die bei der Videoproduktion aufgenommen wurden und der Vergleich von 8 verschiedenen Overhead-Mikrofinierungen. Man kann sie z.B. in den eigenen Sequenzer laden und selber mischen, wenn man möchte, oder den Drum-Mix zu dem im Video verwendeten Song mal selber machen.

 

Fazit:

Der „Drum Recording Guide“ ist kompaktes und dennoch umfassendes Werk mit dem Recording-Einsteiger schnell gute Ergebnisse erzielen können. Aber auch Erfahrene können hier ihre Perspektive auf das Drum Recording ausweiten, denn Nils lässt nichts aus. Lediglich mit konkreten Kauftipps für Mikrofone und andere Ausstattung hält er sich zurück, sein Ansatz ist ein anderer: detailreich und trotzdem kompakt und verständlich erklärt Nils, wie man das Maximum aus dem vorhandenen Material herausquetscht, indem man den Mangel an Erfahrung durch gezieltes Vorgehen ausgleicht.

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