E-DRUMS

Roland DT-9K im Test

Es gibt zurzeit fünf verschiedene TD-9 Drum Kits in unterschiedlichen Ausstattungen. Das TD9K was wir hier testen, ist davon das Grundmodell. Bei allen Modellen ist die Elektronik gleich, es handelt sich um das Roland Percussion Soundmodul TD-9. Der Unterschied bei den Größeren Modellen befindet sich in der Hardware Ausstattung. Dort gibt es andere Toms mit Meshheads und andere Becken /Hihats.

Das TD-9K kommt in zwei Kartons verpackt. Der Preis für das reine Kit ohne Drum Rack liegt bei ca. 1.200,- €. Das MDS-9 Rack kostet zusätzlich : 199,- €. Warum das nicht komplett als Bundel kommt weiß ich nicht, es verwirrt die Kunden und mich auch erst mal. Aber vielleicht denkt sich Roland dass einige noch alte Racks und Ständer haben, das würde dann ja Sinn machen damit der Einstieg in den Profibereich günstiger wird.

Das Roland TD-9K Kit besteht aus folgenden Komponenten: Ein TD-9 Percussion Soundmodul, einmal das PDX-8 V-Pad für Snare Drum mit Meshhead bespannt, drei Stück PD-8 V-Pads für Tom Toms mit Gummierter Oberfläche. Als Hi Hat dient ein CY-5 Dual Trigger Cymbal Pad, dazu das Footpedal FD-8, eine Bass Drum KD-8 Kick Trigger Pad mit Gummipad. Zwei CY-8 V-Cymbal Pads. Um die Pads an das Modul anzuschließen kommt noch ein Spezialkabel was an einem Ende durch einen 25 Poligen Stecker mit dem Soundmodul verbunden wird. Die Klinkenstecker kommen dann an die einzelnen Pads. Eine Verwechslungsgefahr besteht nicht, da alle Kabel beschriftet sind. So ist es sehr einfach das Kit schnell und richtig zu verkabeln. Natürlich gehört im Lieferumfang ein Netzgerät und eine ausführliche Mehrsprachige Bedienungsanleitung dazu. Wer lieber andere Pads an seinem TD-9 Modul spielen möchte kann sich bei Roland richtig austoben, denn das TD-9 ist aufwärtskompatibel z.B. mit den VH-11 Hi Hat oder PD105BK / 85BK Meshead Pads.

                 

Das MDS-9 Rack macht einen sehr stabilen Eindruck und besteht aus schwarzen Rohren die den Rahmen bilden. Vier Senkrechte Stützen werden mit vier Waagerechten Rohren verbunden, dazu nochmal ein Rohr für die Snare Drum. Es gibt vier Halterungen für Toms, dabei ist die Snare Drum Halterung mit einem praktischen Kugelgelenk ausgestattet. Dazu gibt es zwei Beckenarme und eine Hi Hat Halterung. Das Sound Modul kommt auf eine eigene verstellbare Halterung. Das Rack war schon fertig vormontiert, was mich doch erstaunt hat und passte trotzdem in einen tragbaren Karton. Es ist mit ca. 10Kg relativ leicht und handlich. Das ganze Set ist wirklich schnell und easy aufgebaut, damit ideal für Leute die viel unterwegs sind.

 

Ohne das Modul anzuschalten, habe ich erstmals gecheckt ob das Rack und die Toms richtig positioniert sind. Gefolgt von dem bereits bekannten Wackel und Quietsch Test. Alles sitzt ordentlich fest, aber die Gummi Tom Pads machen dabei einige Geräusche mehr als das Snare Drum Mesh Head. Aber unangenehm ist das spiel auf den Gummi Pads nicht. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig von der Mesh Head Snare auf die Toms zu wechseln, aber nach ein paar Minuten geht das schon viel besser. Dann noch die Fußmaschiene an das relativ kleine Bass Drum Pad dran. Für eine Doppelfußmaschiene ist das Pad etwas knapp bemessen. Der Geräuschpegel des Bass Drums Pads hält sich in Grenzen. Jetzt noch den Kopfhörer dran und das Modul zum ersten Mal eingeschaltet. Kurze Info zum Thema Einschalten von E-Drums: Beim einschalten keine Pads anschlagen, solange die Software noch arbeitet, die meisten Module mögen das gar nicht.

              

Der Schalter des TD-9 befindet sich links oben auf dem Modul, durch einfaches Drücken geht das Gerät sofort an. Zum Ausschalten muss man den Knopf länger gedrückt halten, das ist gut damit man beim spielen und umschalten der Sounds nicht mal aus Versehen den Knopf drückt und das Gerät sich ausschaltet. Das wäre Megapeinlich. Als erstes erscheint auf dem großen Display „V-Tour Studio drum Kit 1“. Und los geht’s mit dem trommeln. Nix passiert, Null Sound, klar hab ich doch vergessen den Volumen Regler der oben rechts am Modul sitzt auf zu drehen. Und dann ging auf einmal die Hölle los, ein Mördersound bläst mir entgegen, vielleicht doch erst mal ein bisschen leiser drehen. Aber der Sound ist der Hammer. Unten am Modul ist ein großes sogenanntes „Value“ Rad, damit kann man wie mit den „plus“ oder „minus“ Tasten die darüber liegen eine schnellere Auswahl treffen. Also erst mal alle Sets durch spielen. Ich scrolle einfach mal durch die 50 festen Kits durch und gewöhn mich langsam an alle Pads, auch die Bass Drum fühlt sich immer besser an, die ist zwar auch aus Gummi, aber relativ weich, fühlt sich gut an, hätte ich nicht gedacht.
   

 
Es gibt viele verschiedene Sounds vom Jazz Kit über Percussion bis zum Heavy Rock Kit. Aber nicht alle Sounds haben mich sofort überzeugt, mir persönlich fehlen die wirklich geilen alten abgefahrenen Elektro Sounds. Die erwartet man doch quasi immer wenn man E-Drums spielt. Dafür sind die akustischen Sets aber sehr gut. Die Einstellmöglichkeiten der Sounds und Kits ist gigantisch. Man kann alle Sets verändern, man sucht sich z.B. die geilste Bass Drum raus und wenn einem die immer noch nicht passt, kann man den Sound wieder bearbeiten und ändern. Dann such ich mir die passende Snare und Toms oder auch Percussion Instrumente. Mit dem Modul kann man bestimmt Wochen verbringen und immer was Neues an Sound kreieren. Man kann die Tonhöhe der Toms ändern, abdämpfen, Raum Effekte zufügen, Mikrophon Entfernungen einstellen. Das alles hier zu erklären wäre der Wahnsinn. Wer sich für ein Kit aus der TD9 Serie entscheidet, dem kann ich wärmstens die DVD von Dirk Brand und Michael Menze ans Herz legen. Die bekommt Ihr über http://www.menze-media.de/. Die haben sich wirklich Mühe gegeben.

Das ganze Set lässt sich wirklich gut spielen, auch die 10“ Snare macht Spaß und lässt sich leicht spielen, auch feine Nuancen sind ganz klar zu hören. Ich hab nur ein bisschen die Spannung des Snare Fells erhöht, danach ging es noch besser. Durch die zwei Triggerzonen hat man neben dem Snare Sound auch noch einen Rimshot, bei einigen Sounds sogar einen Cross Stick. Die Tom Pads sind ebenso mit zwei Triggerzonen ausgerüstet und können auch am Rand mit Effekten oder Sounds belegt werden. Auch das CY-5 hat zwei Zonen (Spielfläche und Rand) und mit dem Foot Pedal habt ihr Möglichkeiten fast wie bei einer echten Hi Hat. Die beiden Becken Pads CY-8 haben auch eine Spielfläche und Randtrigger und zusätzlich noch Choke Funktion. Das bedeutet man kann sie auch wie echte Becken mit der Hand stoppen. Auch gab es kein Übersprechen oder ungewollte Sounds durch das Rack oder Pads.

 

Nach einer halben Stunde trommeln hab ich erst mal gecheckt ob das Kit sich nicht doch noch in seine Bestandteile auflöst. Trotz meiner Super Heavyweight Champion Sticks und Kraft der Zwei Herzen (hab ein Endorsment mit Doppelherz), hat das Rack ordentlich gehalten. Kein Pad ist runter gefallen und auch keine Schrauben haben sich gelöst. Damit kann man ohne Probleme auch einen Livegig überstehen.

Das Sound Modul ist wirklich super übersichtig und alles Top angeordnet, es erklärt sich fast von selbst. Aber man will ja doch etwas mehr erfahren. Dann hab ich doch erst mal einen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen. Fangen wir mal oben links an. Den Power Knopf hatten wir schon, darunter folgt der Quick Rec, damit kann man sich selber beim Drummen aufnehmen, oder um sich mit einem Playalong Song aufzunehmen. Das geht auch mit oder ohne Metronom. Dann kommt Quick Play, damit werden die Songs abgespielt die ihr aufgenommen habt. Meine Lieblingsfunktion ist der Mute Knopf, er ist dafür da verschiedene Spuren / Instrumente in den Palyalongs stumm zu schalten. Man kann das ganze Schlagzeug, die Percussion oder aber auch alle Instrumente weglassen. Solange bis nur noch der Bass zu hören ist, und selbst den kann man weglassen und nur noch zum Klick spielen. Besser kann man nicht üben, sowas hätte ich mir vor 30 Jahren gewünscht. Damit man von Anfang an lernt zur Musik zu spielen und zu Jammen.

 

Über den Song Button kommt ihr in die 50 Internen Playalongs. Die sind Obergeil, klingt wie echte Handarbeit, toller Sound und tolle Songs, das macht richtig Spaß damit zu spielen. Da hat sich die Roland Hausband aber mal richtig Mühe gegeben. Meinen nächsten Gig mach ich alleine mit dem TD-9, wofür braucht man da noch andere Musiker, naja höchstens noch für die Party danach. Aber zurück zu den Songs. Die könnt Ihr dann wieder mit dem Value Rad oder den Plus / Minus Tasten auswählen. Sogar das Tempo der internen Songs könnt ihr ändern, wenn die euch zu schnell sind, oder ihr euch das Schlagzeug mal in Ruhe anhören wollt. Bei den eignen Songs die ihr über USB einspielt könnt ihr das Tempo nicht ändern. Gestartet werden die dann mit der Play/Stop Taste. Damit wäre die linke Seite erklärt.

Ab zur Rechten Seite. Da gehts oben los mit dem Volume Regler, darunter die Setup Taste. Darüber kommt man in die Einstellungen z.B Midi, Triggering usw. Über die Exit Taste geht man immer eine Stufe zurück wenn man nicht mehr weiter weiß. Dann kommt die Shift Taste, die in Verbindung mit anderen Tasten verschiedene Einstellungen aufruft. Der Click /Tempo Button darunter aktiviert das Metronom. Über die Scope Taste kann man z.B. sein Timing überprüfen, es werden alle gespielte Takte und Pads angezeigt. Finde ich sehr Hilfreich, sollte man sich mal näher mit befassen. Das letzte ist der Kit Button, der ruft das Display für die Drum Kits auf.

In der Mitte des Moduls haben wir oben das großzügige Display, darunter die Tasten F1, F2 und F3, deren Funktionen werden immer im unteren Teil des Displays angezeigt. Dann folgt ein Vier Positionen Cursor, rechts und links und oben und unten. Funktion wie am PC, damit wird der Cursor im Display bewegt. Am Ende die beiden Plus und Minus Tasten und wie gehabt das Value Rad, die haben beiden die gleiche Funktion.

Die Anschlüsse:
Das Modul hat am unteren Ende unter dem Value Rad einen Kophfhörer Eingang. Ganz oben auf der Spitze hat es einen USB Eingang der mit einem Chrome Winkel geschützt ist. Ich denke mal als Schutz, damit beim vorbei gehen keiner den USB Stick abbricht, das habe ich vorher auch noch nirgendwo gesehen. Auf der Rückseite befindet sich nur der Anschluss für den 25 Poligen Stecker der Pads.

 

Auf der rechten Seite befindet sich der Netzadapter Anschluß, gefolgt von den beiden L/Mono und R Ausgängen. Daneben ist der Mix input für MP3 oder CD Player. Dann gibt es Midi Out/Thru und Midi In. Am Ende gibt es noch zwei Trigger In-Buchsen für zusätzliche Pads wie ein viertes Tom und ein zweites Crash Becken. Für meinen Geschmack voll ausreichend.

Was bleibt mir übrig über das Kit zu sagen, es hat mir wirklich gefallen. Ich hoffe dass ich euch einen Anreiz gegeben habe um das Kit mal beim Händler oder Freunden zu testen, es lohnt sich wirklich. Die Möglichkeiten die man hier bekommt sind einfach Klasse, das Preis / Leistungs- Verhältnis ist super, was braucht man mehr? Man hat ein Übungskit, Soundmodul, Drumkit, Percussionkit, Playalongs – passt in jeden Haushalt und ist einfach zu bedienen. Das was jeder Drummer braucht.

UVP: Roland TD-9K  ca. 1200,- Euro   /   MDS-9 Rack ca. 199,- Euro

http://www.rolandmusik.de/

Harald Gräff