E-DRUMS

Markdrum YES

Markdrum YES

Die italienische Firma Markbass ist vor allem für Bass Amps bekannt. Mit DV Mark und Mark Audio bauen sie seit einiger Zeit auch Gitarren Amps, bzw. PA Systeme. Nun wird es interessant für alle Schlagzeuger: Mit dem Markdrum YES wollen die Italiener den E-Drum Markt erfrischen. „The Yellow Sound“ heißt es, werfen wir mal einen genaueren Blick darauf. Das Markdrum YES kommt als Standard Kit daher. Es liegen Pads für Bass Drum, Snare Drum, drei Tom Toms, Hi Hat, Crash und Ride bei. Das Kit wird laut Hersteller komplett in Italien gebaut.

 

 

Videos mit Markus Ostfeld  

Video - Rock Sound

Video - Disco Sound

Video - Brush Sound

Video - Latin Sound

Video - Ethno Sound

 

Markdrum Yes 

Dass mitgelieferte Rack ist leicht, macht aber einen stabilen Eindruck. Beim Bass Drum Pad geht man einen fast vergessenen Weg. Wie Roland oder Yamaha in ihren Anfangszeiten, wird es mit Hilfe eines beigelegten „Reverse Beaters“ vertikal angeschlagen. Es ist nicht gerade ein Hingucker, das Spielgefühl gibt dieser Idee aber recht. Als Material wird kein Gummi, sondern eine Art Kunstlederpolster verwendet, welches einen erstaunlich authentischen Rebound liefert.

Bei Snare Drum und Tom Toms setzt man auf moderne Mesh Heads, die sich jeweils mit Hilfe von 6 Stimmschrauben spannen lassen. In jedem Pad sind gut sichtbar 4 unabhängige Trigger angebracht. Sollte man aus Versehen genau auf einen der Trigger schlagen, schaltet sich dieser automatisch ab und das Signal wird von den drei Restlichen weiter gegeben. Der Rim aller Trommeln lässt sich unabhängig vom Fell mit einem extra Sound belegen.

YES - Bass Drum Pedal, klein leicht und gut zu transportieren

 

Hi Hat, Crash und Ride zeichnen sich durch eine halbrunde Spielfläche, sowie einer Kuppe aus. Trifft man ein Becken aus Versehen außerhalb dieser Spielzone, wird jedoch trotzdem der gewollte Sound produziert. Das Ride kann mit 3 Zonen aufwarten, während Hi Hat und Crash jeweils nur eine Zone haben. Hier ist durchaus noch Luft nach oben drin.

Jedes Pad wird an der Unterseite durch herkömmliche Netzwerk Kabel mit dem Rack verbunden, welches mit einem Bus System glänzt. Die Pads sind intelligent, besitzen einen Chip und wissen zu jeder Zeit welche Funktion eines Drum Sets sie inne haben. So kann man jedes Pad mit jedem beliebigen Eingang verbinden, Tom 1 bleibt dabei z.B. immer Tom 1. Es gibt deutlich mehr Eingänge als Pads, sodass man immer den kürzesten Kabel Weg nutzen kann.

Markdrum YES - Innovatives Bus System, kurze Wege bei den Kabel.

 

Die einzelnen Rack Querstangen sind ebenfalls mit jeweils einem Netzwerk Kabel verbunden, genau wie auch das Sound Modul mit dem Rack. Diese Verbindung könnte man gut als Hauptschlagader bezeichnen. Dieses Bus System ist eine echte Revolution, verhindert Kabelsalat und beschleunigt den Auf- und Abbau im Live Betrieb deutlich. Nicht zuletzt spart es auch noch einiges an Gewicht ein. Als einziger Nachteil ist hier aufzuführen, dass das Markdrum so zu einem geschlossenen System wird und sich keine Trigger anderer Hersteller integrieren lassen.

Wem das Standard Setup nicht ausreicht, der kann allerdings noch vier weitere Pads anschließen, für die es entsprechende freie Bänke im Soundmodul gibt. In unserem Beispiel war das eine zusätzliche Bass Drum, sowie ein zusätzliches Crash.

Markdrum Mesh Head Pad mit vier Trigger Sensoren

 

Kommen wir also zum Modul. Es befindet sich in einem robusten Metallgehäuse und sieht auf den ersten Blick sehr übersichtlich aus. Die Italiener spendierten ihm, neben dem Netzwerk Eingang für die Rack Verbindung, außerdem einen Midi Ein- und Ausgang, einen USB Port, zwei Klinkenausgänge (rechts und links), einen Brush Out und einen Aux In (Miniklinke) auf der Rückseite, sowie einen Kopfhörer Ausgang (Miniklinke) und einen SD Card Slot auf der Vorderseite. Durch 2 Drehregler lassen sich die Lautstärke für Kopfhörer und Main Out getrennt regeln, mit einem dritten Regel außerdem eine externe Quelle am „Aux In“ dazu mischen.

Markdrum Pad von unten

 

Für jedes Pad gibt es eine eigene Taste, durch die man ohne Umwege zu den jeweiligen Einstellmöglichkeiten kommt. Sounds, Trigger Eigenschaften, Lautstärkenverhältnis und vieles weitere lässt sich hier regeln. Weitere Buttons führen zur Master Effekt Sektion, dem eingebauten Looper, sowie dem Metronom. Zur Navigation durch die übersichtlich gestalteten Menüs stehen sowohl Pfeiltasten, als auch ein Rad zur Verfügung.

In der Praxis finden wir eine stabile und sichere Rack Konstruktion vor. Alle Pads lassen sich prima an den gewünschten Stellen platzieren und das gesamte Set bleibt auch bei heftigerem Spiel an seinem Platz.

Auf der SD Karte, dem Herzstück des Markdrum YES, findet sich eine Vielzahl an unterschiedlichsten Sounds. Außerdem gibt es die Möglichkeit 16 eigene User Kits anzulegen und dort seine favorisierten Trommeln, Becken und Percussion Instrumente zusammen zu stellen.

Becken Pad von unten

 

In unserem Praxis Test haben wir fünf, sich deutlich voneinander unterscheidende Sounds angespielt. Aus der Kategorie Rock/Pop Drums das „eRock“ Kit, aus dem Elektronik Bereich das „Dance“ Kit, aus dem Jazz Bereich den „Brushman“, sowie die beiden Percussion Setups „Latin“ und „Ethnic“.

Hi Hat Becken von unten.

 

Das „eRock“ gehört zu einer größeren Auswahl an typischen Mainstream E-Drum Sounds. Bereits im Preset eingespeichert sind das fertige EQ, sowie der Raumklang einer größeren Konzerthalle. Auf der Bass Drum liegt das klassische Gate, welches für einen kurzen, aber druckvollen Sound mit viel Attack sorgt. Der Name des Patches hält was er verspricht, Rocksound pur!

Das „Dance“ Kit überzeugt mit einer punchigen House Bassdrum, sowie authentischen Vintage Toms im Simmons Style. Sehr elektronisch klingende Becken und Percussion Sounds runden das Ganze ab. Ein Paket, welches in jeder Disco überzeugen würde.

Das Ende des Bus Systems, von hier gehts ins Sound Modul.

 

Der „Brushman“ ist eines von zwei Besen Presets. Nutzt man den Brush Out, ist es sogar möglich mit herkömmlichen Besen über das Mesh Head zu wischen. Die Trigger fangen jede Bewegung genau ein. Die dunkel klingenden Becken, sowie die wunderbare offene Jazz Bass Drum begeistern. In unserem Beispiel haben wir das Set mit Sticks gespielt.

Unter dem Titel „Latin“ findet sich ein Percussion Setup aus Congas, Bongo, Timbales, diversen Glocken und Claven, sowie Bassdrum und Hihat. Die einzelnen Instrumente sind sehr durchdacht platziert. So lässt sich zum Beispiel ein Schlagzeug Fuß Ostinato mit Hi Hat und Bass Drum spielen, während man mit der rechten Hand eine Clave und mit der linken Hand Conga und Tumba auf Fell und Rim der zweiten Tom spielt.

Das „Ethnic“ Kit besteht aus mehreren Cajon Sounds, sowie weiterer Ethno typischer Percussion. Besonders sticht hier die Foot Cabasa heraus. Das Zutreten der Hi Hat erzeugt einen kurzen Ton, das so genannte „Splashen“ (Pedal treten und direkt wieder öffnen, ähnlich wie bei Konzert Becken im Orchester) der Hi Hat, einen langen Cabasa Roll.

Insgesamt kann das Markdrum YES durchaus überzeugen. Die Trigger Eigenschaften sind sehr gut, ein ungewolltes Ansprechen einer benachbarten Trommel wird durch das Bus System verhindert. Die 512 Dynamik Level sorgen für ein realistisches Spielgefühl. Nachbesserungsbedarf besteht bei den Lautstärke Einstellungen der Presets. Bei den meisten Patches sollte man das Verhältnis der einzelnen Instrumente nachbessern, bevor man mit dem Set auf die Bühne geht. Zusätzlich verspricht die Firma Markdrum regelmäßige Firmware- und Sound Updates.

 

Zur Zeit sind rund 40 Sounds verfügbar. Die mit „e“ bezeichneten Presets (z.B. eRock) kamen mit dem zweiten Update dazu und klingen eher elektronisch. Markdrum hat sich hier ein wenig dem gewohnten Klangbild vieler E-Drum Sets angepasst. Wer rein akustische Drums bevorzugt, wird mit dem „Natural“ Preset glücklich werden. Dieses Sample ist wirklich ausgesprochen authentisch und nur mit einem Reverb versehen, den man natürlich auch einstellen oder ganz rausnehmen kann.

Einige weitere Kits kommen aus der Jazz oder Vintage Ecke, wie z.B. auch die zwei neuen Sets von Danny Gottlieb. Auf Youtube findet sich ein kleines Video, welches das Samplen von Dannys Equipment dokumentiert. In Zukunft wird Markdrum noch viele weitere Artist Kits kostenlos zur Verfügung stellen, vielleicht ja von Endorsern, wie Horacio „El Negro“ Hernandez, Mike Terrana, oder Damien Schmitt.

Für Freunde der elektronischen Musik finden sich natürlich auch entsprechende Presets on Board, wie z.B. Elektro Kit, Hip Hop Kit, oder das Dance Club Kit mit Toms im Simmons Stil. Abgerundet wird das Ganze mit ein paar Heavy und Percussion Setups. Das Markdrum YES hat durchaus für jede Stilistik den richten Sound parat.

Fazit:
Alles in allem ein innovatives neues E-Drum Set. Das Markdrum YES wird in seiner Preisklasse noch für viel Aufsehen sorgen. Das Spielgefühl ist sehr natürlich, auch mit Besen, das Bus System eine echte Innovation!

UVP: 2.290,- €

www.smile-music.de