MIKROFONE

Lewitt LCT 450 + 550

Lewitt

LCT 450 & LCT 550   Großmembran-Mikrofone


Bereits 2014 hat der österreichische Mikrofonhersteller Lewitt sein LCT 450 veröffentlicht, welches die Reihe der LCT-Großmembranmikrofone weiter auffüllt. Von LCT 240 bis 940 bietet Lewitt Studio- und Livemikrofone unterschiedlicher Ausstattung. Wir haben uns die beiden Mittelklasse-Modelle LTC 450 & 550 im Bezug auf Schlagzeugaufnahmen ein mal näher angesehen.



Video - Teil 1 - 2 LCT 550 als Overheads - und an der Snare Drum - LCT 450 an den Toms






Video - Teil 2 - 2 LCT 450 als Overheads - und LCT 550 an der Snare Drum






Technik

LCT 450

Das LCT 450 besitzt eine 1“ Kondensatorkapsel mit einer extra dünnen und goldbeschichteten Mylar-Membran und Nierencharakteristik. Der maximale Grenzschalldruckpegel ist, dank der optional zuschaltbaren Vordämpfung von -20dB mit sagenhaften 158dB angegeben, ohne Vordämpfung verträgt es dementsprechend bis zu 138dB. Somit ist das LCT450 tatsächlich für jeden denkbaren Einsatz gerüstet. Neben der Vordämpfung verfügt das Mikrofon ebenfalls über einen schaltbaren Lowcut bei 80Hz. Diese beiden Features sind in dieser Preisklasse nicht gerade selbstverständlich, hier kann das LCT 450 punkten! Die transformatorlose Ausgangssymmetrierung sorgt für eine deutliche Minimierung von Störgeräuschen. Nette zusätzliche Features sind die Möglichkeit der automatischen Vordämpfung je nach Eingangspegel, sowie die Clipping-History, welche eine optische Anzeige bei Verzerrungen aktiviert, sodass man auch optische überprüfen kann, ob der aufgenommene Take fehlerfrei abgelaufen ist. Die Verarbeitung ist Lewitt-typisch sehr gut, das Mikrofon sitzt in einem schweren und stabil anmutenden Metallgehäuse, die Lackierung ist hochwertig und die Taster haben einen angenehmen Druckpunkt.





LCT 550

Das LCT 550 befindet sich in der Serien-„Rangordnung“ der Lewitt-Mikrofone zwei Positionen weiter oben. Demzufolge wird hier mit zusätzlichen Funktionen aufgewartet. Die Kapsel des LCT 550 ist ebenfalls mit einer 1“ große Mylar-Membran ausgestattet, diese ist allerdings in einem Dual-System-Kapsel-Modell aufgebaut. Die Richtcharakteristik ist auch hier die einer Niere. Das Eigenrauschen des Mikrofons wird von Lewitt besonders hervorgehoben und ist mit 0dB angegeben, was die verbaute Elektronik angeht. Durch die Brown’sche Molekularbewegung (die Bewegung der Luftmoleküle) wird dann allerdings doch ein Eigengeräuschpegel von 3dB erzielt. Ebenfalls betont wird die hochpräzise Kalibrierung der Membranen, welche zwei beliebige LCT 550 zu einem matched Pair mit einer Übereinstimmung von +/-0dB macht. Der Grenzschalldruckpegel ist mit 143dB angegeben. Eine zweistufige Vordämpfung um -6dB und -12dB erhöht diesen entsprechend auf 149dB, oder 155dB. Ein Lowcut-Filter ist entweder bei 80Hz, oder bei 160Hz zuschaltbar. Die Optionen sind, wie man es von Lewitt kennt, mit übersichtlichen und benutzerfreundlichen, beleuchteten Tastern zu bedienen. Auch das LCT 550 verfügt über moderne Zusatzfunktionen, wie die Clipping-History, die automatische Vordämpfung, sowie eine Tastensperre gegen das versehentliche Verändern der eingestellten Settings.




Klang

Wir haben die Lewitt-Mikrofone in unterschiedlichen Anordnungen am Schlagzeug getestet. Bei allen Tests befindet sich dass Lewitt DTP640 REX vor der Bass-Drum, dieses wird allerdings nicht in den Test mit einbezogen, einen separater Test findet man unter dem unten angegebenen Link. In der ersten Variante befinden sich LCT 550 in der Position der Overheads und an der Snare, zwei LCT 450 befinden sich an den Toms. Zum besseren Vergleich werden die Tom-Signale im Laufe des Videos stummgeschaltet, sodass man sich auf den Overhead-Sound konzentrieren kann. Im zweiten Test wurden die Mikrofone getauscht, sodass die LCT 450 an der Position der Overheads arbeiten.





Beide Mikrofone klingen durchweg sehr zufriedenstellend. Die LCT 550 sind, gerade im Höhenbereich, etwas besser aufgelöst und präziser, aber auch die LCT 450 leisten hier gute Arbeit. Generell ist ein ausgewogener Frequenzbereich bei beiden Mikrofonen festzustellen, welcher das gesamte Frequenzband auch brauchbar an den Mikrofonvorverstärker transportieren. Durch das niedrige Eigenrauschen des LCT 550 kann hier auch eine sehr starke Verstärkung ohne störende Nebengeräusche realisiert werden. Auch die werksseitige präzise Konfiguration, die zwei beliebige LCT 550 zu einem matched Pair machen, zahlt sich an der Position der Overheads aus, wo genau dies gefragt ist. Das LCT 550 liefert ein sehr präzises Stereobild ohne die kleinste Verfärbung. Lobend zu erwähnen ist der sehr hohe Grenzschalldruckpegel, welcher sowohl das LCT 450, als auch das LCT 550 für nahezu alle Einsatzzwecke verfügbar macht.




Fazit

Der solide Sound macht beide Mikrofone zu Allroundern an allen Positionen, welche Kondensatormikrofone erfordern. Das LCT 550 hat verarbeitungsbedingt eine etwas bessere Auflösung und einige zusätzliche Funktionen, beispielsweise lassen sich Vordämpfung und Lowcut präziser einstellen, allerdings macht sich dies auch im Preis bemerkbar. Die beiden Mikrofone arbeiten zuverlässig, sind sehr ordentlich verarbeitet und arbeiten ohne deutliche Verfärbung, vor allem im Preis-/Leistungs-Verhältnis ist hier besonders das LCT 450 zu empfehlen, um in vielen Studio- und Live-Situationen mit guter Leistung zu glänzen.





Lewitt LCT450 Großmembranmikrofon

Richticharakteristik: Niere
Schaltbarer Low-Cut(80Hz)
Goldbeschichtete 1“ Membran
Grenzschalldruckpegel: 138dB
Optionale Vordämpfung (-20dB)

UVP: 475€

Lewitt LCT550 Großmembranmikrofon

Richticharakteristik: Niere
Schaltbarer Low-Cut(80Hz/160Hz)
Goldbeschichtete 1“ Membran
Grenzschalldruckpegel: 143dB
Optionale Vordämpfung (-6dB/-12dB)

UVP: 713€

Vertrieb: www.musikundtechnik.de


Alter Testbericht : Lewitt DTP 650 REX

http://www.drumxound.com/index.php/mikrofone/875-lewitt-mikrofon-test