MIXER

ALTO Live 1202

ALTO  Live 1202


12 kanaliges Analogmischpult mit USB-Interface-Funktion und integrierten DSP-Effekten
 
 
Das Alto Live 1202 aus der in diesem Jahr veröffentlichten neuen Live-Serie bietet alles, was man von einem Mischpult für kleinere Anwendungen erwartet. Das Mischpult bietet insgesamt 12 Kanäle, 7 davon mit 7 XLR Inputs mit zuschaltbarer Phantomspeisung, einen 3 Band-Equaliser pro Kanal, 2 Aux-Sends, einen grafischen EQ mit 9 Bändern, 100 interne DSP-Effekte, sowie die Möglichkeit, das Pult als USB-Interface zu nutzen.
 
 


Grundaufbau
 
Um die gesamten Einsatzmöglichkeiten des Mischers zu erfassen, werden zunächst die Grundstrukturen näher betrachtet. Das Mischpult besitzt vier Monokanäle, welche wahlweise XLR-Mikrofonsignale, oder Mono-Line-Signale verarbeiten können. Die folgenden vier Kanäle sind als Stereokanäle ausgelegt und besitzen daher jeweils zwei Klinkenbuchsen für den Eingang von linkem und rechtem Line-Signal, so kommt man auf die Kanalanzahl von 12 (4 + 4x2). Um flexibel zu bleiben, hat Alto die ersten drei Stereokanäle zusätzlich mit XLR-Inputs versehen, sodass man auch diese Kanäle je nach Anforderung für Mono Mikrofonsignale verwenden kann. Jeder der 8 Kanäle (Mono, sowie Stereo) verfügt zur Klangbearbeitung über einen 3 Band EQ.





Als zusätzliche Inputs sind ein Stereo Aux-Return, sowie ein Stereo 2-Track-In vorhanden. Die Hauptsammelschiene, hier als Main bezeichnet, lässt sich an der Pultrückseite sowohl über zwei XLR-, als auch über zwei Klinken-Buchsen abgreifen, dies trägt zudem zur Flexibilität bei. Als zusätzliche Features gibt es zwei Mono Aux-Sends, welche an der oberen Seite des Pultes abgegriffen werden können, will man allerdings die internen Effekte nutzen, wird Aux 2 zur Ansteuerung benutzt. Aux 1 besitzt einen als Monitor bezeichneten Master-Fader, womit dessen Hauptaufgabe klar sein dürfte: die Ansteuerung einer Monitorbox. Praktischer Weise hat Alto einen grafischen EQ mit 9 Bändern integriert, welcher sich entweder in diesen Monitorpfad, oder aber auf die Hauptsammelschiene routen lässt. Für den Live-Einsatz gibt es zudem einen Kopfhörer-, sowie einen Control-Room-Output, welche über den gleichen Regler in der Lautstärke geregelt werden.
 
 


Kanalzüge
 
Das Alto Live 1202 hat unterschiedlich ausgestattete Typen von Kanalzügen für verschiedene Anwendungen.
 
Die ersten vier Kanäle bieten einen XLR-, sowie einen Mono-Klinken-Input. Hier besteht zudem die Möglichkeit, einen Insert-Effekt über ein Y-Kabel einzuschleifen. Beide lassen sich über einen Gain-Poti mit bis zu 50dB verstärken, welches eine Verstärkung von 0-50dB im Mikrofonbereich, sowie von -20-30dB im Line-Bereich bedeutet. Die Phantomspeisung lässt sich, wie in dieser Preisklasse üblich, lediglich für alle Kanäle gleichzeitig an und aus schalten. Direkt unter dem Gain-Poti findet sich ein Lowcut Schalter, welcher das Signal bei Aktivierung unterhalb von 75Hz absenkt, um beispielsweise unerwünschten Trittschall zu unterdrücken. In den ersten vier Kanälen folgt dann ein Kompressor, was für ein Mischpult dieser Größe keinesfalls selbstverständlich ist. Die eingeschränkte Bedienung durch einen einzigen Poti, welcher als Kombination Threshhold und Ratio gleichzeitig beeinflusst, lässt sich hier also durchaus verkraften. Auf diese Art und Weise ermöglicht das Live 1202 eine schnelle und unkomplizierte Einschränkung der Dynamik auch für Laien.





Der nun folgende EQ ist, wie in dieser Riege von Pulten üblich, mit 3 Bändern mit fester Frequenz und fester Flankensteilheit ausgestattet. Im Höhen(12kHz)-, Mitten(2,5kHz)-, sowie Bass(80Hz)- Bereich lassen sich hier mit einer Spannweite von -15 bis +15dB grobe Korrekturen des anliegenden Signals vornehmen. Darunter im Kanalzug liegen die Aux-Sends 1 und 2, welche im Sinne des Herstellers hauptsächlich für die Versorgung einer Monitorbox (Aux 1), sowie der Ansteuerung der internen Effekte (Aux 2) Verwendung finden  werden.. Die Fadersektion in den Kanälen genügt sich mit einem Panorama-Regler, einem Mute-Schalter, sowie einem 60mm-Fader.
 
Die auf die ersten vier Kanäle folgenden Stereo-Kanäle 5/6, 7/8 und 9/10 bieten, wie eingangs bereits erwähnt, sowohl Stereo-Line-Inputs, als auch Mono-XLR-Inputs. So kann man sich auch hier zwischen der Verwendung des Kanals als Mikrofon-, oder Line-Kanal entscheiden. Inserts gibt es hier nicht mehr. Ansonsten verfügen diese Kanäle über annähernd die selben Features, wie die oben beschriebenen ersten vier Kanäle, lediglich der Kompressor fehlt hier.




 
Der letzte Stereo-Kanal 11/12 ist ausschließlich als Line-Kanal geplant, verfügt also nicht über einen zusätzlichen XLR-Input. Hier muss man neben dem Kompressor auch auf den Lowcut-Schalter verzichten. Die restlichen Elemente des Kanalzugs bleiben gleich.
 
Als sehr positiv ist die farbliche Kodierung der Potts hervorzuheben. Die verschiedenen Gruppen innerhalb des Kanalzuges sind mit den gleichen Farben ausgestattet (Gain:Rot, Comp:Orange, EQ:Blau, Aux:Grün, Pan/Bal:grau), sodass man sich hier auch in den typischen Stresssituationen des Live-Alltags schnell zurechtfinden sollte.
 
 

 
DFX-Sektion
 
Die sogenannte DFX-Sektion beinhaltet 100 interne DSP-Effekte. Die angebotene Spanne von Effekten reicht von Delay’s über Tremolo’s, Chorus, Flanger’s bis hin zu verschiedenen Hallräumen. Hier finden Algorithmen von Alesis Verwendung. Die Ansteuerung der DFX-Sektion läuft über Aux 2 und ist bereits von vornherein intern verschaltet, also sehr unkompliziert zu bedienen. Die Auswahl der verschiedenen Effekte gestaltet sich ebenfalls sehr intuitiv über einen gerasterten Drehpoti. Der Rückweg ist ebenfalls intern geregelt und lässt sich in der Mastersektion über einen 60mm-Fader mit der Bezeichnung DFX-RTN(Return) in der Lautstärke anpassen. Als Zusatz ist am Pult eine Klinkenbuchse zum Anschließen eines Fußschalters integriert, über den man die DFX-Sektion im Live-Einsatz auf Bypass setzen kann. Schön gemacht!
 
 


Master-Sektion
 
Die Ausstattung der Mastersektion ist - gemäß der Ausstattung des Live 1202 - recht überschaubar gestaltet.
 
Es gibt vier 60mm-Fader: den Main-Mix, die Lautstärke des Monitorpfads (entspricht einem Master für Aux 1), sowie einen Aux-Return und einen DFX-Return.
Die Masterschiene verfügt über ein 12 gliedriges Meter, welches eine gute Kontrolle über den Pegel ermöglicht.





 
Unmittelbar neben dem Meter finden sich drei Potis mit jeweils einem dazugehörigen Routing-Schalter. Hier lassen sich einerseits die Lautstärken von 2-Track-In und USB-In kontrollieren und wahlweise auf den Main-Mix, oder auf einen internen Cue-Weg schicken, andererseits kann man hier gleichzeitig mit einem Poti die Lautstärken des Kopfhörer-, sowie des Control Room-Outputs einstellen und diese entweder aus dem Main-Mix, oder dem Cue-Weg speisen.
 
Ein nettes Feature ist der integrierte grafische EQ, welcher entweder auf den Main-Mix, oder den Monitor-Pfad geroutet werden kann, sowie über einen separaten Ein- und Aus-Schalter verfügt, dieser ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Entzerrung der PA/Monitorbox, je nach gegebener räumlicher Situation.
 
 

 
USB-Interface
 
Das integrierte USB-Interface bietet einen elektronischen Input, sowie einen Output. Damit hat man die Möglichkeit, einen Stereomitschnitt der Gesamtsumme am Rechner zu machen, oder auch ein Audiosignal vom Rechner zum Mischpult zu übermitteln. Dieses wird über den eigenen USB-In-Poti gesteuert und kann so beispielsweise auf den Main-Mix, oder den Cue geroutet werden.
 
Eine witzige Besonderheit: Das Alto Live 1202 verfügt über einen USB-Slot an der Oberseite, welcher zur Stromversorgung von USB-Geräten vorgesehen ist. Wer also eine USB-Lampe, oder einen Mini-Ventilator anschließen will, oder schlicht sein Handy laden muss, wird hier schnell fündig und wird sich sicher über dieses witzige Gimmick der Entwicklerseite freuen. Man muss eben mit der Zeit gehen!
 
 


Verarbeitung
 
Die Verarbeitung, die verwendeten Materialien, sowie die Haptik des Mischers fallen leider etwas dürftig aus. Alle Bedienelemente sind aus Kunststoff, dies entspricht allerdings in dieser Preisklasse dem Standard und hat glücklicher Weise keinen Einfluss auf die Bedienbarkeit. Hier muss man auf Grund des Preises zu Abstrichen bereit sein!
 
 
Klang
 
Das Alto Live 1202 klingt für seinen anvisierten Zweck absolut anständig. Die Verarbeitung und Summierung von Mikrofon-, sowie Line-Signalen geschieht sauber und relativ rauscharm. Auch der 3 Band-EQ arbeitet so, wie man es erwartet. Die internen DSP-Effekte klingen erstaunlich gut und sind sehr einfach anzusteuern und zu bedienen. Leider hat man hier keine Möglichkeit, ein Tempo einzugeben, was vor allem bei Delay’s sehr störend und dadurch als eindeutiger Minuspunkt zu benennen ist.
 
 
Fazit
 
Der Alto Live 1202 erfüllt alle Wünsche, die man an ein Mischpult dieser Preisklasse haben kann. Mit einer UVP von 319,-€ richtet sich dieses Mitglied der Live-Serie an kleine Bands und semiprofessionelle Techniker, welche im Proberaum, oder auf einer kleinen Bühne ohne Umwege ein schnelles und solides Ergebnis erreichen wollen. Genau dieses Bedürfnis bedient der Live 1202 mit Bravour. Die Kombinationsmöglichkeiten der Kanäle, je nachdem welche Signale verarbeitet werden sollen, lässt dem Anwender sehr viele Freiheiten und Möglichkeiten, wie der Mischer einzusetzen ist. Durch die internen Effekte, die Möglichkeit, vier der Input-Signale direkt zu komprimieren, sowie den implementierten grafischen EQ wird der Live 1202 zum Allround-Talent für kleinere Anwendungen mit einem gutem Preis-/Leistungs-Verhältnis.
 


Alto Live 1202
 
4 Mono XLR(Mikrofon)- / Mono Klinke(Line)- Kanäle
3 Mono XLR(Mikrofon)- / Stereo Klinke(Line)- Kanäle
2 Mono Aux Send’s
1 Stereo Aux Return
2-Track-Out (Chinch)
2-Track-In (Chinch)
Main-Schiene mit separaten Outputs (XLR/Klinke)
Control-Room-Output (Klinke)
Kopfhörer-Verstärker
Interner DSP-Effektprozessor mit Alesis Algorithmen
Interner grafischer EQ
USB-Interface (Stereo In & Out)
USB-Stromversorgung

UVP: 319.-€

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