MIXER

Presonus StudioLive 16.0.2

 

Wir haben natürlich vorab einige Aufnahmen und Videos gemacht um zu schauen wie das Presonus Studiolive 16.0.2 arbeitet und wie es klingt. Hier in diesem  Video haben wir Claus Schulte an einem Drumsound Evolution Maple Kit mit folgenden Größen: 24"x20" BD - 13"x9" TT - 16"x16" FT - 14"x," Steel Snare. Die Becken sind von der Firma Meinl aus der MB8 Serie. 21" Ghost Ride - 14" Medium Hihat - 16" und 18" Medium Crash - 16" China. Die Hardware ist von Dixon aus der Kinde Serie. Die Felle sind von RMV, Modell Deep Performer. Aufgenommen wurde alles auf einem Mac mit Avide Pro Tools 9 und einem Presonus StudioLive 16.0.2. Die Mikrofone sind von der Firma AKG, das ganze Mikrofon Set kostet nur ca. 560,- €.

Den Test dazu findet Ihr unter  http://drumxound.de/index.php?option=com_content&view=article&id=517:akg-rhythm-pack&catid=73:mikrofone&Itemid=59

 

Video

 

 

Presonus Studilive 16.0.2

Mit dem 16.0.2 hat Presonus nun eine besonders kompakte und preisgünstige Variante der erfolgreichen StudioLive Serie auf den Markt gebracht. Diese Serie steht für ein Digitalmixerkonzept, das auf eine intuitive Bedienung setzt. Statt verschachtelter Display-Menüs, findet hier nahezu die gesamte Bedienung direkt über Potis und Schalter statt - ähnlich einem analogen Pult. Beim 16.0.2 hat Presonus also eine Schrumpfkur auf dieses Konzept angewandt. Der Test zeigt, ob der Kompromiss in der Praxis funktioniert.

 


Was ist das Presonus StudioLive 16.0.2?
Das StudioLive ist ein Standalone-Digitalmixer und ein Audiointerface. Im Live-Betrieb wird es verwendet wie ein normales Mischpult: Mikrofon- und Linesignale rein, bei Bedarf Effekte hinzufügen und das Ganze als Mix wieder hinaus schicken. Dafür stehen natürlich auch noch Aux-Wege zur Verfügung um unabhängige Monitormixes zu erstellen. Und da der Mix und sämtliche Effekte digital verarbeitet werden, können auch gleich ganze Setups gespeichert werden. Der FireWire-Anschluss erlaubt den Mitschnitt aller maximal 16 Einzelspuren in einer Auflösung von 48 kHz und 24 Bit. Für eine Studio-Recordingsession nutzt man das StudioLive 16.0.2 hauptsächlich als Interface, um die Mikrofon- und Linesignale auf den Rechner zu bekommen. Gleichzeitig kann man mit der komfortablen Bedienoberfläche des Pultes ganz einfach Kopfhörermixes für die Musiker erstellen.


Anschlüsse
Das 16.0.2 bietet 12 XLR Mikrofoneingänge und 12 Klinken-Lineeingänge, jeweils mit separaten Buchsen auf der Rückseite anliegend. Außerdem können 4 Stereo-Linesignale, zwei davon mit Cinch-Option, angeschlossen werden. Sowohl für Live als auch im Studio wichtig: Der Talkback Mikrofoneingang. Der Stereo Main Out liegt als XLR und parallel dazu als Klinken-Ausgang an. Neben dem XLR Main Out finden wir noch einen Mono XLR Output. Beide sind per Trimpoti neben den Buchsen in der Lautstärke analog regelbar. Unabhängig von den Main Outs kann der Monitor Output als Stereosignal über zwei symmetrische Klinken abgegriffen werden. Die Aux Ausgänge liegen ebenfalls als symmetrische Klinkenbuchsen an. An der Vorderseite des Pults befindet sich gut zugänglich der Kopfhöreranschluss. Auf digitaler Seite finden wir zwei FireWire Buchsen sowie Midi In und Midi Out. Das Pult wird über einen Standard Kaltgerätekabel mit Strom versorgt. Das Netzteil ist im Gerät integriert.

 

 


Der Pultaufbau
Um den Signalweg und die Möglichkeiten des StudioLive 16.0.2 zu verstehen, gibt es an dieser Stelle eine kurze Einleitung in den Aufbau des Pults: Die Mikrofon- oder Linesignale werden zunächst über die eingebauten Preamps verstärkt. Presonus setzt auf die selbst entwickelten XMax Class A Vorverstärker. Dahinter liegt der Wandler im Signalweg. Ab hier spielt sich alles auf digitaler Ebene ab, bis es ganz zum Schluss als Mix über die Main Outs, Monitor Outs oder die Auxwege wieder D/A gewandelt wird und analog auf der Rückseite des Pults anliegt. Das Bedienkonzept der StudioLive Serie setzt auf direkten Zugriff auf die wichtigsten Parameter. Das Gainpoti jedes einzelnen Channels ist dabei der einzige analoge Regler. Ist der Eingang erstmal gepegelt, kann das Signal geformt, geroutet und angepasst werden. Dafür wird zunächst über den Select-Taster über dem Channel Fader der Kanal ausgewählt. Daraufhin steht die gesamte blau hinterlegte Klangbearbeitungssektion zur Verfügung: High Pass, Gate, Kompressor, Limiter und Equalizer können direkt über Drehpotis bearbeitet werden. Das geht über die LED-Ketten sehr gut und auch bestens ablesbar von statten. Indem man nun über den Select-Taster durch die Channels schaltet, kann man zum einen die Settings schnell vergleichen und bei Bedarf auch sehr einfach kopieren.

Auch die Phantompower lässt sich so in jedem einzelnen Channel aktivieren. In der Praxis finde ich dieses StudioLive Konzept hervorragend. Es funktioniert intuitiv wie es bei guter analoger Hardware üblich ist: Direkter Zugriff auf jeden einzelnen Parameter. Dabei lassen sich Teile des semiparametrischen EQs zum Beispiel auch deaktivieren. Das Display dient in erster Linie der Kontrolle über Effekteinstellungen von Hall und Delay. Diese lassen sich beliebig auf die Channels legen. Im Vergleich zu den großen StudioLive Pulten von Presonus wurde etwas abgespeckt. So sind zum Beispiel keine Subgruppen vorhanden. Die Aux-Sektion lässt sich nicht ganz so komfortabel regeln wie beim 16.4.2 oder dem 24.4.2. Attack und Release sind beim Kompressor nicht separat regelbar und auch der EQ ist etwas schlanker geraten. Statt 100 mm Fadern wurden beim kleinen Sprössling 60 mm Fader verbaut. Die Kunst besteht aber darin, sich bei der Reduktion auf das Wesentliche zu beschränken und die komfortable Bedienung beizubehalten. Und das ist Presonus mit Bravur gelungen. Eine sichere Bedienung gelingt auch dem Neuling nach kürzester Einarbeitungszeit. Auch die Verarbeitungsqualität überzeugt: Die Gainpotis haben einen satten, angenehmen Wiederstand und regeln sehr gut kontrollierbar. Die Taster und Digitalpotis fühlen sich wertig an. Auch die Oberfläche ist ohne jeden Makel verarbeitet. Für diesen günstigen Preis bietet Presonus ein erstaunlich erwachsenes Gerät. Dazu zählt auch die Beschriftung, die Farbwahl und die Hintergrundbeleuchtung der Tasten. Alles ist in jeder Situation sehr gut ablesbar - vorbildlich!


Treiber und Software
Das Presonus StudioLive 16.0.2 kann sowohl an einem Windows PC als auch am Mac betrieben werden. Die Treiber bereiten uns allerdings ein paar Sorgen: Dem Pult liegt ein doppelseitiges DIN A4 Blatt bei, auf dem Computerkomponenten genannt werden, mit denen die StudioLive Geräte nicht einwandfrei funktionieren. Und die Liste ist nicht kurz. Problematisch ist, dass hier vom User erstmal verlangt wird zu recherchieren, welcher PCI Chipsatz oder welche Grafikkarte im eigenen Rechner verbaut ist, um herauszufinden, ob das Presonus funktionieren wird. Auf einem aktuellen 13“ MacBook Pro mit Logic 9 gab es zum Beispiel mehrere Aussetzer bei der Aufnahme. Dass Presonus ihren aktuellen Stand über Inkompatibilitäten auf Papier veröffentlicht, ist aber positiv zu werten. Wir hoffen, auf Treiber-Updates.
Die Software-Ausstattung ist umfangreich: „Caputure“ nennt sich eine einfaches Aufnahmeprogramm, das sich auf eine simple Bedienung und hohe Stabilität stützt. Sozusagen ein kompakter Multitrack Recorder. „Studio One“ ist dagegen eine vollwertige DAW mit umfangreichen Mixing- und Editierfunktionen. Unterstützt werden unter anderem VST und AU Plugins. Das Programm besticht mit einfacher Bedienung und hoher Performance. „Virtual StudioLive“ ist eine Art Fernbedienung für die StudioLive Pulte. Sämtliche digitalen Bedienelemente des Pults können über die Software ferngesteuert werden. Mittlerweile geht dies sogar drahtlos über das Apple iPad. Das ist übrigens nicht nur eine Spielerei, sondern hat in vielen Situationen einen ganz praktischen Nutzen. Wenn man als Techniker auf der Bühne steht und einen Basis Monitormix über das iPad in der Hand erstellen kann, ist das schon sehr praktisch und ermöglicht einige neue Arbeitswege.


Klangqualität
Machen wir es kurz: Die Preamps sind in dieser Klasse als „Top of the Line“ einzustufen. Sie klingen voll und detailliert, haben genug Headroom um auch leise Signale ordentlich zu verstärken. Das Grundrauschen ist verschwindend gering. Da wir beim 16.0.2 das Preampsignal nicht vor dem Wandler abgreifen können, lässt sich schwer ausmachen, welcher Einfluss vom Preamp und welcher vom Wandler kommt. Fakt ist: Das klangliche Ergebnis ist sehr gut. Wir können den Signalen eine angenehme Grundwärme zuschreiben. Die Detailauflösung ist gut, das Transientenverhalten tendenziell etwas weich dennoch offen und natürlich. Der EQ arbeitet sehr präzise und klingt überraschend fein. Damit lässt sich sehr gut arbeiten. Der Kompressor ist durch die fehlende Attack-Release-Regelung etwas eingeschränkter nutzbar, reagiert aber recht musikalisch. Bei vorsichtigem Threshold- Einsatz ist auch dieser Effekt sehr gut nutzbar. Etwas schwächer sind die Reverbs und Delays. Sie dienen wirklich lediglich als Basic-Effekt, um dem einen oder anderen Instrument eine leichte Tragfähigkeit zu geben. Als stärker eingesetzter Raumeffekt beim Einspielen über Kopfhörer offenbaren sich dann eher flache Klangeigenschaften. Diese Effekte sind aber ohnehin nur als Zugabe zu verstehen. Für eine Aufnahme würde man ein solches Editing ohnehin in der DAW vollziehen.

Fazit
Was für ein Kraftpaket: Dieser Funktionsumfang gepaart mit dem hervorragenden Bedienkonzept, einer sehr guten Audioqualität und einem umfangreichen Softwarepaket ist bereits eine Redaktionsempfehlung wert. Nachholbedarf sehen wir bei den Treibern: Wir hoffen, dass sich die Liste der inkompatiblen Computer-Komponenten deutlich verkleinert. Insgesamt ist die Performance sowohl Live als auch im Studio sehr gut. Und der Preis ist gemessen an Leistung und Funktionsumfang sehr attraktiv.

 

UVP  1395,- €


Presonus StudioLive 16.0.2
12 analog In, wahlweise Mikrofon oder Line (XLR/Klinke)
4 analog In, Stereo Line (Klinke/Cinch)
Talkback Mikrofonanschluss
Stereo Main Out, Control Room Out, Aux Out
Kopfhörerausgang
44,1 / 48 kHz 24 Bit Wandlung
Midi In/Out
2 x FireWire 400
230V Kaltgerätebuchse (integriertes Netzteil)
Mac/PC kompatibel

 

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