RECODER

Sony HDR-MV1

Sony HDR-MV1

Music Cam

Nachdem wir vor Kurzem die GoPro in der Ausstattungsvariante für Musiker getestet hatten, ist nun der neue Sony HDR-MV1 dran. Diese kompakte Kamera ist speziell für Musiker entwickelt worden und soll neben einem scharfen Bild auch eine besonders überzeugende Tonaufnahme bieten. Wir haben die Kamera getestet.




Full HD und Stereo-Sound

Der HDR-MV1 ist das Vollausstattungspaket unter den Action Cams: Hochwertige Videoaufzeichnung und State-of-the-art Tonaufnahme in einem kompakten Gerät. Die Form erinnert an klassische Minicams der letzten Jahre mit länglichem Aufbau in Aufnahmerichtung. Unter dem Objektiv sitzen die Zwei Mikrofone in X-Y-Anordnung mit einem schützenden Bügel davor.

Die Bedienelemente befinden sich oben, auf der Rückseite die Anschlüsse Micro-USB und Micro-HDMI. Außerdem kann ein Line-Signal und ein Mikrofonsignal eingespeist werden. Ersteres ist praktisch, wenn ein externes Mikrofon mit Vorverstärker im Einsatz ist. Seitlich ist ein 6,7cm Bildschirm fest verbaut. Dieser lässt sich nicht schwenken oder anderweitig bewegen und löst mit mittelmäßigen 230.000 Bildpunkten auf.



VIDEO - Beispiel: Live Drums - Original Ton und Bild - keine Bearbeitung







Zur Optik:

Sony verbaut ein Zeiss-Weitwinkelobjektiv mit einem recht lichtstarken Blendenwert von f2.8. Der Blickwinkel beträgt 120 Grad. Sony ist längst etabliert im Bereich Camcorder und Digitalkameras, sodass wir eine entsprechend hohe Erwartung an die Bildqualität haben. Während Hardware-seitig alles bestens aussieht, wundern wir uns über die kleine Auswahl an Bildausgabeoptionen. Der HDR-MV1 speichert wahlweise 720p oder 1080p im MP4-Container - aber ausschließlich in 30 Vollbildern pro Sekunde. Das ist zwar grundsätzlich eine gute Grundeinstellung, aber gerade im Videobereich ist ein der Praxis oft mehr Anpassungsbedarf. Wird die Sony als Zusatz-Kamera in Verbindung mit weiteren Kameras verwendet, kann es problematisch werden: Auch 25 und 50 Bilder sind Standard, lassen sich aber mit der Sony nur über unschöne Bildinterpolation per Software integrieren. Vielleicht wird Sony hier noch mit einem Firmware-Update aktiv.




Zum Sound:

Gegenüber den zur Zeit üblichen Mini-Actioncams bietet die Sony zwei frei stehende Mikrofone, die im 120 Grad Winkel über Kreuz angeordnet sind. Diese klassische X-Y-Anordnung ist auch in Tonstudios etabliert, um ein homogenes Stereobild aufzuzeichnen, ohne Phasenprobleme zwischen den einzelnen Kanälen entstehen zu lassen. Was die digitale Aufzeichnung angeht, kann Sony hier deutlich mehr überzeugen als beim Bewegtbild: Der HDR-MV1 beherrscht das verlustfreie Linear-PCM-Format, ein Studiostandard, sowie das AAC-Format, das ähnlich dem bekannteren MP3-Standard das Signal komprimiert und somit weniger Speicherplatz benötigt. Die Abtastrate von 48 kHz sowie die Wortbreite von 16 Bit sind fix und kann nicht geändert werden.

Der Akku liefert Power für rund zwei Stunden Videoaufzeichnung. Dann muss der Recorder per Micro USB wieder aufgeladen werden. Während des Ladevorgangs ist leider keine Aufnahme möglich.






Praxis

Die Positionierung hängt von der vorhanden Hardware ab. Der Sony bietet ein Standard Viertelzoll-Schraubgewinde an der Unterseite. Damit lässt sich die Kamera auf jedem normalen Stativ oder entsprechendem Zubehör befestigen. Nicht in jeder Positionierung ist der Bildschirm noch erkennbar. Ein Klappmonitor wäre da in einigen Situationen eine echte Hilfe.

Durch die WiFi-Funktion lassen sich aber nicht nur aufgenommen Inhalte teilen, sondern auch das Live-Bild anschauen, womit das Manko des starren Displays an der Kamera umgangen werden kann. Das Handling macht insgesamt einen sehr guten Eindruck: Wenige Bedientasten und ein weitestgehend selbsterklärendes Menü sowie das übersichtlich gestaltete Display lassen keine Wünsche offen. Außerdem ist die Kamera angenehm unauffällig. Die Kamera-Mikrofon-Kombination ist darauf ausgelegt nah ans Geschehen zu rücken. Und genau dort sollte eine Kamera möglichst unauffällig verweilen.


Bild und Ton

Die gespeicherten Dateien können überzeugen: Die Kamera liefert ein scharfes Bild und einen guten Dynamikumfang. Der Bildprozessor wählt auch in schwierigen Situationen auf der Bühne eine gute Belichtung und einen passenden Weißabgleich. Wenn auch die Bildqualität zum Rand hin spürbar nachlässt. Der HDR-MV1 liefert ohne große Anpassungen ein schönes HD-Bild, das nicht nur zum teilen auf den üblichen Social Media Kanälen geeignet ist, sondern auch durchaus als Addon-Kamera zu einem professionellem Aufnahme-Setup dienen kann.

Das Highlight ist aber ganz klar der Klang: Die Aufnahmequalität überzeugt mit Detailreichtum und Tiefe. Dabei verträgt die Sony auch sehr hohe Pegel ohne zu übersteuern. Das Limiting setzt relativ weich und unauffällig ein. Die Höhen mögen in der ein oder anderen Situation etwas überbetont sein, aber das lässt sich leichter korrigieren als wenn eine Aufnahme zu dumpf erscheint. Der HDR-MV1 lässt sich übrigens auch als reiner Audiorecorder ohne Videofunktion nutzen.






Fazit

Sony setzt mit dem HDR-MV1 auf aktuelle Videotechnik mit sehr guter Tonaufzeichnung im kompakten Format und mit guter Ausstattung. In dieser Kombination der Eigenschaften hat Sony eine Nische erschlossen, die für bildbegeisterte Musiker hochinteressant ist. Von Probemitschnitten über Live-Clips oder spontane Musik-Clip-Drehs: Der HDR-MV1 überzeugt mit guter Qualität und intuitiver Bedienung.

Allgemeines 

bis zu 1080p mit 30 Vollbildern/s
Stereomikrofonie
WLAN
Micro USB Port
Micro HDMI Port
Kopfhöreranschluss, Line-In, Mikrofon-In
Micro SD-Karten-Slot

UVP: 299,00 €

www.hlaudio.de

www.sony.de