RECODER

SONY PCM-D100

SONY - PCM-D100 

Sony PCM-D100  Mobiler Audio-Recorder

Mit dem PCM-D100 veröffentlicht Sony den Nachfolger des für seine hohe Verarbeitungs- und Aufnahmequalität bekannten D50. Ob der D100 die Standards seines Vorgängers halten, oder sogar noch überbieten kann, haben wir getestet.




Basisfeatures

Unter vielen verschiedenen Arten von mobilen Recordern, die mit verschiedensten Arten von Mehrspuraufnahmen mit internen und externen Mikrofonen locken, punktet der D100 mit seiner simplen Ausstattung. Hier gibt es keine zusätzlichen Anschlüsse für externe Mikrofone, dafür setzt der Recorder auf hochwertige interne Mikrofone, welche unterschiedlich ausgerichtet werden können. Im Falle des D100 ist hier eine 90° Anordnung (XY), eine 0° Anordnung (Mini AB), sowie eine 120° Anordnung (Äquivalenzstereofonie) möglich. Diese internen Mikrofone können im Linear PCM-Format mit einer Qualität von bis zu 24bit/192kHz aufgenommen werden, was für einen mobilen Recorder herausragend ist. Des weiteren unterstützt der D100 das Recording im DSD (Direct Stream Digital)-Format mit 2,8MHz, sowie MP3 mit bis zu 320 kB/s.

Haptik und Gehäuse

Der Sony-Recorder macht einen sehr gut verarbeiteten Eindruck. Die Knöpfe sitzen fest im Gehäuse verankert und wirken langlebig. Das Gerät hat eine angenehme Größe und lässt sich auch mit nur einer Hand problemlos bedienen. Die Knöpfe auf der Frontseite unter dem großen, gut lesbaren Display, erlauben die Steuerung der wichtigsten Basisfunktionen. Hier hat man ein Steuerkreuz zur Navigation (rechts und links fungieren gleichzeitig als Skip-Buttons), Play, Pause, Record, Stop, Home/Back, Marker, Optionen, sowie zwei frei belegbare Funktionstasten. Diese Funktionstasten sind von Werk aus mit der Limiter- und der Lowcut-Filter-Funktion belegt. Diese beiden Funktionen wurden am Vorgängermodell noch über separate Tasten am Recorder gesteuert, daher diese Standard-Belegung. Mit den vorhandenen Tasten kann man schnell und intuitiv durch die Menüs navigieren. Seitlich rechts befinden sich noch Bedienelemente zum Pegeln der integrierten Mikrofone, ein Schalter für Hintergrundbeleuchtung, sowie ein Power- und ein Hold-Schalter. Linker Hand findet man einen Input-Wahlschalter (Mic/Line), sowie eine zuschaltbare Vordämpfung von 20dB und einen Lautstärkeregler für den angeschlossenen Kopfhörer, bzw. den internen Lautsprecher. Zu guter Letzt befindet sich auf der Rückseite des Gerätes noch ein Schieberegler, der die Batterieklappe verschlossen hält. Ein sehr nützliches Feature, hat doch das ein oder anderen Gerät in dieser Kategorie deutliche Schwächen im Bereich der Batterie-Abdeckung. Hier wäre neben handelsüblichen AA-Batterien noch ein eingebauter Akku schön gewesen, den manche Konkurrenzhersteller mittlerweile bereits integrieren.




Ein- und Ausgänge

Die Haupt-Eingänge des D100 sind ganz klar die beiden integrierten Kondensatormikrofone. Alternative Eingänge sind zudem ein Line-In, sowie ein optischer Eingang und ein zusätzlicher Mikrofoneingang, alles mittels 3,5mm Klinke. Dem Mikrofon kann eine Versorgungsspannung von 5V zur Verfügung gestellt werden, so dass Standard, Broadcasting- und Kameramikrofone hier ohne Probleme betrieben werden können. Seitens der Ausgänge verfügt der D100 über einen Line-Out, einen optischen Ausgang und einen Kopfhörer-Ausgang. Auch diese Ausgänge werden alle über eine 3,5mm Klinke gespeist.



Aufnahmemedien

Der D100 verfügt zunächst mal über einen, für die aller meisten Sessions vermutlich völlig ausreichenden internen Speicher von 32GB. Zusätzlich dazu können nun, im Gegensatz zu dem erfolgreichen Vorgänger D50, auch endlich handelsübliche SDHC-Karten mit einem Speicherplatz von bis zu 128GB verwendet werden. Früher war dies nur mit den von Sony hergestellten teuren Memory-Sticks möglich. Somit ergibt sich eine maximale Kapazität von 160GB, was für etliche Stunden Aufnahme in höchster Qualität ausreicht.




Display

Das Display liefert auf einen Blick alle wichtigen Informationen, die man bei der Arbeit mit mobilen Recordern benötigt. Am oberen Bildschirmrand befindet sich ein großes, zweikanaliges Meter für die Eingangssignale. Das Meter zeigt grafisch den Eingangspegel an, zudem gibt es eine genaue Anzeige des Pegels in dB.

Direkt unter dem Meter wird der Status des Recorders angezeigt. Je nach Aktion des D100 findet sich hier ein Stopp, Play, oder Recording-Symbol.

Rechts daneben befindet sich die Zeitanzeige der aktuellen Datei. Je nach Status wird darunter eine Fortschirttsleiste angezeigt (nur bei der Wiedergabe) und eine weitere Zeitangabe darunter gibt die verbleibende Kapazität des Recorder in Zeit (nur beim Recording), oder die Gesamtzeit der aktuell ausgewählten Datei (nur bei der Wiedergabe) an.

Im unteren Bereich des Bildschirms wird der Name des Recording-Folders, sowie der aufnehmenden/aufgenommenen Datei angezeigt, sowie eine Anzeige der aktuell gewählten Aufnahmequalität und des Akkustandes.

So erhält man alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Ein super Feature des Displays ist die zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung, die es auch bei wenig Licht ermöglicht, alle Daten gut zu erkennen.


Aufnahme-Praxis und Klang

Die Recording-Situation gestaltet sich sehr umgänglich. Mittels einfachem Druck auf die Record-Taste wird der Sony-Recorder scharf geschaltet und das Signal wird durch die Kopfhörer-Buchse hörbar. Jetzt kann per Mikrofonvorverstärkungs-Regler eingepegelt werden, bis ein angenehmes Level erreicht ist. Zudem sollte man die Lautstärke des Kopfhörers anpassen, damit man die Aufnahme überprüfen kann. Drückt man dann die Play-Taste, wird die Aufnahme gestartet. Dieses vorgehen ist identisch mit üblichen DAW’s und geht daher schnell von der Hand. Durch einen Druck auf die Pause-Taste ist es möglich, die Aufnahme zu pausieren und später an der selben Stelle fortzusetzen. Ein Druck auf die Stopp-Taste beendet die Aufnahme und bei der nächsten Aufnahme wird eine neue Datei generiert. Als angenehm hervorzuheben ist hier die automatische Benennung der Dateien. Die Aufnahmen werden mit dem aktuellen Datum und der Take-Nummer am jeweiligen Tag bezeichnet.

Der Klang des Sony D100 weiß absolut zu überzeugen. Eine Proberaumaufnahme einer kompletten Band mit dem Sony in der Mitte fällt hervorragend aus. Das Stereobild (XY) ist gut zu erkennen und auch die Dynamik ist sehr gut gelungen. In einer zweiten Aufnahme eines Schlagzeugs lässt sich dann auch der Frequenzgang besser beurteilen. Dieser fällt relativ druckvoll aus. Tiefe Frequenzen sind also ausreichend vorhanden, zu den Höhen hin fällt das Frequenzbild etwas ab. Dies stört allerdings nicht weiter, sondern verhindert unangenehmes Klingeln, ohne dabei dumpf zu wirken. Alles in Allem lässt sich sagen, dass der Sony schon bei minimalem Aufwand sehr schöne Ergebnisse liefert und einen angenehm ausgewogenen Klang einfängt, der durchaus druckvoll, allerdings nie verzerrt ausfällt. Fest steht: in der Klasse der mobilen Recorder habe ich mit den internen Mikrofonen noch nie einen so überzeugenden Klang erhalten. Auch die anderen Mikrofonfonanordnungen können klanglich überzeugen, liefern allerdings meiner Meinung nach ein wenig ausgeprägtes Stereobild, was ganz einfach in der Basistheorie der Mikrofonie begründet ist und mit einer Stereobasis von ca. 5 cm auch nicht umzusetzen ist. Wer hier fundiert mit Stereosignalen arbeiten will, sollte auf die XY-Anordnung zurückgreifen.




Fazit

Sony hat zu Recht auf überflüssige Zusatzausstattung verzichtet und sich voll darauf konzentriert, einen mobilen Recorder mit eingebauten Mikrofonen und Vorverstärkern der Spitzenklasse zu entwerfen. Diesen Job macht der D100 hervorragend und dürfte hier schwer zu schlagen sein. Für wen die Aufnahme mit externen Mikrofonen keine Pflicht ist, und wer den verhältnismäßig teuren Anschaffungspreis von UVP 891.31€ verschmerzen kann, ist der D100 absolut zu empfehlen. Für Konzertmitschnitte, Interviews, Sprach-, oder Instrumentalaufnahmen im Proberaum ist der D100 in seiner Klasse führend. Für Stereoanwendungen sollte die XY-Anordnung verwendet werden, da sonst ein verzerrtes Stereobild aufgezeichnet wird. Definitiv ein absolut souveränes Gerät!

 


Sony PCM-D100

2 integrierte Kondensatormikrofone mit verschiedenen Anordnungen (90°, 0°, 120°)

Zusätzlicher Mikrofoneingang (3,5mm Klinke) Aufnahme mit bis zu 24Bit/192kHz Linear PCM und DSD 2,8MHz Line und optische I/O

Kopfhörerausgang

Interner 32GB Speicher SDHC (bis zu 128GB) -fähig Batteriebetrieben (4xAA)

UVP: 891.31€