RECODER

Olympus LS-100 - Portabler Recorder

Olympus LS-100 - Portabler Recorder

 

Der LS-100 kann Projekte mit bis zu 8 Spuren verwalten, bouncen und über USB direkt auf CD brennen. Diese kompakte Workstation verspricht viele Features bei hoher Aufnahmequalität. Kann Olympus dem eigenen Anspruch gerecht werden?

 

 

Video 1 - Cajon aufgenommen mit den internen Mikrofonen des LS100

 

Video 2 - Drums und Cymbals aufgenommen mit den internen Mikrofonen des LS100

 

Übersicht

Der LS-100 geizt nicht mit Ausstattungsmerkmalen, die Grundfunktion bleibt aber, wie üblich, die portable Stereoaufnahme. Dafür sind in dem Gerät zwei Mikrofone in 90° XYAnordnung verbaut. Diese vertragen laut Datenblatt stolze 140 dB SPL Schalldruck ohne Verzerrung. Bei unseren Tests am Drumset konnten wir die Mikros auch kaum ans Limit bringen. Alternativ bieten die zwei XLR-Anschlüsse die Möglichkeit, externe Mikrofone anzuschließen. Auch Kondensatormikrofone können über die separat zuschaltbare Phantompower genutzt werden. Auf der Vorderseite sticht zunächst das helle Farbdisplay ins Auge. Insgesamt 23 Tasten dienen der Bedienung sämtlicher Funktionen. Eine Besonderheit ist die Multitrack-fähigkeit des Olympus. Per Overdub-Verfahren können Projekte mit bis zu 8 Spuren angelegt und bearbeitet werden. In einem solchen Projekt können maximal zwei Spuren parallel aufgenommen werden. Die Spuren werden danach nach Belieben gemischt. Dabei stehen nur Grundfunktionen wie Pegel und Stereo-Panning zur Verfügung. Anschließend erlaubt die Bounce-Funktion das Exportieren als Mp3 oder unkomprimierte PCM Datei. Der LS-100 kommt von Werk aus mit 4 GB internem Speicher. Damit ist man für die meisten Situationen gewappnet ohne den SD-Kartenslot nutzen zu müssen. Neben der Bounce-Funktion kann der LS-100 auch direkt ohne Computer auf eine CD Brennen. Dafür muss ein USB-CD-Brenner angeschlossen werden.

  

 


Verarbeitung

Olympus setzt bei seinem Top Recorder auf einen Metallrahmen und Kunststoffelemente. Die Materialien sind sauber verarbeitet, das Gerät fühlt sich wertig an und ist mit rund 285 Gramm auch angenehm über längere Zeit tragbar. Bei der Bedienung machen lediglich die Tasten links neben dem Display einen schwammig gelagerten Eindruck. Der Druckpunkt ist dagegen bei allen Tasten gut gewählt.


Bedienung

Nach dem Einschalten braucht der Olympus rund vier Sekunden bis das Startmenü angezeigt wird und das Gerät einsatzbereit ist. Nun bekommen wir die Grundfunktionen des LS-100 angezeigt:

- Tuner
- Metronom
- Rekorder
- Mehrspurig
- Lissajous

Die Standardauswahl nach dem Einschalten liegt auf der Rekorderfunktion. Diese grundlegende Funktion ist simpel und übersichtlich aufgebaut und funktioniert intuitiv. Es lassen sich einfach und schnell Aufnahmeordner zuweisen und mehrere Takes erstellen. Dabei legt der LS-100 im optionalen Overdub-Mode stets neue Dateien an. Ein versehentliches Überschreiben ist dadurch praktisch unmöglich. Metronom und Tuner sind nützliche Addons. Vor allem letzterer ist für die Mehrspurprojekte interessant, wenn Spuren in Time festgehalten werden sollen. Für die Bedienoberfläche ist der Mehrspurmodus am anspruchvollsten, schließlich verbergen sich hier die komplexeren Software-Funktionen des Gerätes. Das Display ist hier wieder sehr gut strukturiert und zeigt das Projekt wie eine abgespeckte DAW Software an. Panning und Level sind schnell eingestellt.

Der Lissajous Modus ist eine Besonderheit, die das Auststattungsbild des LS-100 abrundet: Mittels extern angeschlossener Mikrofone und eines Aktivmonitors, der über den Ear-Ausgang am Olympus mit einem Testsignal gespeist wird, lässt sich die Phasenlage einer Klangquelle zwischen den zwei Mikrofonen grafisch darstellen. Mit Hilfe dieser Funktion lassen sich Mikrofonausrichtungen finden, die die Klangquelle phasenlinear aufnehmen.

Die weiteren Menüpunkte erklären sich schnell an Hand der gut strukturierten Display-Darstellung. Die Strukturen wurden recht flach gehalten, sodass die gängigen Funktionen schnell erreichbar sind. Wer sich gerne in feinstem British English die Funktionen vorlesen lassen möchte, kann eine Sprachausgabe aktivieren. Um das ein oder andere Mal die Augen vom Display zu lassen und eine akustische Bestätigung der Eingabe zu bekommen, ist diese Funktion recht nützlich.

 


Klang und Praxis

Wir testen den Olympus LS-100 an einem Stativ vor dem Drumkit, um einen natürlichen Drumsound von den internen Mikrofonen zu erhalten. Sehr gut, dass die Mikrofone so pegelstabil arbeiten. Zum Einpegeln werden die seitlichen Drehregler genutzt. Beide Regler bewegen sich zusammen. Um ein Mikrofon unabhängig vom anderen zu Pegeln, muss das jeweils andere Rädchen festgehalten werden. Beim Olympus geht das etwas schwerer als bei anderen Geräten. Meiner Meinung nach eine sinnvolle Abstimmung, da in den allermeisten Fällen ohnehin stereo - also beide Mikrofone gleichzeitig geregelt werden. Das Ergebnis unserer Aufnahme überrascht uns im besten Sinne: Das Drumset klingt natürlich und präsent, Transienten werden kraftvoll und mit viel Headroom wiedergegeben. Über den gesamten Frequenzbereich erhalten wir ein lebendiges und authentisches Abbild der akustischen Situation.

Wir schließen als nächsten ein Paar Overhead Mikrofone an den LS-100 an. Dafür aktivieren wir die Phantompower und stellen in einem Soundcheck die korrekte Verstärkung ein. Und auch hier erhalten wir ein sehr natürliches und detailgenaues Ergebnis. Und das trifft für alle Einstellungen der Audioauflösung zu. Die maximale Einstellung von 96kHz und 24 Bit liefert dann nochmal feinere Ergebnisse mit besonders transparenten Mitten und Höhen.

Der Olympus LS-100 hinterlässt bei uns einen sehr positiven Eindruck. Die Funktionsvielfalt überzeugt und die Klangqualität spielt auf hohem Niveau. Mit der Mehrspurfunktion lassen sich hochwertige Podcast- oder Radiobeiträge fertig produzieren. Unser Test zeigte auch, dass er in lauter Bandumgebung sehr gute Ergebnisse liefert. Der LS-100 eröffnet professionellen Anwendern eine flexible Arbeitsumgebung auf kleinem Raum.


Olympus LS-100

Mehrspuraufnahme bis zu 8 Tracks
Auflösung bis zu 24 Bit / 96kHz
2 integrierte Mikrofone, belastbar bis 140dB SPL
2 XLR Eingänge mit Mikrofonvorverstärker
4 GB interner Speicher
SD Card Slot
USB Anschluss
2“ Farbdisplay

UVP: 449,00 €

www.olympus.de