SOFTWARE

Sonnox Inflator

Sonnox Inflator

Audio-Plug-In


Die Firma Sonnox (Sony Oxford) ist spätestens seit Ihrer R3-Digitalkonsole ein bekannter Name im Audiogeschäft. Nach und nach wurden die beliebten Features der Mixing-Konsole ebenfalls auf Plug-In-Basis umgesetzt und liefern in beeindruckender Qualität das Ergebnisse, die sonst nur Besitzer der stattlichen Hardware-Variante erzielen konnten. Als neue Alternative und damit losgelöst von den ursprünglichen Features der R3, hat Sonnox den Inflator entwickelt. Der Inflator ist seit seiner Veröffentlichung bekannt für seine unaufdringliche Klangfärbung, Obertongestaltung und Lautheits-Maximierung, ohne sich allerdings klassischer Elemente eines Limiters/Maximizers, oder Sättigungs-Plug-In's zu bedienen.
Wir haben den Inflator auf Herz und nieren getestet.

 
Einstellmöglichkeiten

Der Inflator kommt mit erstaunlich wenigen Reglern daher, welche zudem keine Ähnlichkeit mit der Art von Plug-In's oder Geräten haben, deren Funktion der Inflator übernimmt. Zunächst mal gibt es einen Input-Regler, mit dem man das Eingangssignal im Pegel anpassen kann. Dies ist einerseits zum tatsächlichen aufholen des Pegels leiser Signale, oder zum Absenken von sehr lauten Signalen gedacht, andererseits lässt sich dieser Input-Regler auch kreativ einsetzen. Wie durch die grafische Darstellung des Meters neben dem Input-Regler dargestellt, besitzt das Plug-In einen digitalen Headroom von +6dB. Überschreitet man also die 0dB, gerät man in einen Bereich der leichten Verzerrung/Sättigung, welche man bis zur starken Verfremdung bei +6dB ausreizen kann.

Der CLIP 0dBr-Schalter in der mittleren Sektion des Plug-In's lässt in diesem Fall den Pegel bei 0dB begrenzen und wirkt so wie eine Art Brickwall-Limiter, der auch keine Intersample-Peaks mehr durchlässt. In diesem Fall nimmt die Verzerrung ebenfalls zu, sobald die 0dB weiter überschritten werden.
Nicht zuletzt bestimmt der Pegel des Eingangssignals auch die Stärke der anschließenden Bearbeitung.



 
Neben dem CLIP 0dBr-Schalter befinden sich in der Mitte als zentrale Bedienelemente der Bearbeitung zwei Regler, welche mit "Effect" und "Curve" betitelt sind. Über den "Effect"-Regler ist von 0-100% einzustellen, wie stark der Inflator auf das zu Grunde liegende Signal einwirken soll. Der hörbare Effekt ist hierbei eine Mischung aus (Band-)Sättigung, Erhöhung der Lautstärke, Kompression und EQ-ing, bzw. dem Hinzufügen von Obertönen. Man bekommt also das Gefühl, das Signal wird druckvoller, wärmer, brillianter, lauter und auf eine schlecht zu beschreibende Art und Weise zunächst ein mal "angenehmer".

Dieser Effekt entsteht in Kombination mit dem "Curve"-Regler, welcher die Charakteristik und klangliche Färbung des Effektes beeinflusst. Hier kann man von -50 bis +50 wählen und den Klang zwischen neutral und zurückhaltend und eher höhenbetont verändern.

Ein "Band Split"-Schalter ermöglicht die Unterteilung der Bearbeitung in 3 separate Frequenzbereiche, was, ähnlich eines Multiband-Kompressors die gezielte Bearbeitung unterschiedlicher Anteile des Materials erlaubt.
Zu guter Letzt ist auf der rechten Seite des Plug-In's die Ausgabelautstärke einzustellen. Hier kann man wiederum die Lautstärke des Signals anheben, falls gewünscht. Innerhalb des Workflows hat sich für uns allerdings etabliert, eher die Lautstärke auf das ursprüngliche Level abzusenken, damit der Effekt im Vergleich mit Bypass und der bearbeiteten Version hörbar wird, ohne, dass man von einer Änderung der Lautstärke abgelenkt wird.


Anwendung

Die Verwendung des Plug-In's gestaltet sich auf Grund der oben genannten Eigenschaften gleichzeitig einfach, als auch schwierig. Die wenigen Bedienelemente machen es auch Laien leicht, schnell vermeindlich gut klinge Ergebnisse zu erreichen (s.o.: der bearbeitete Sound klingt auf den ersten Blick sehr "angenehm"), allerdings ist genau das das Problem, dass man sich, ähnlich eines Exciters sehr schnell an die Art der Bearbeitung gewöhnt und so gerne mal über das eigentliche Ziel hinaus schießt. Prinzipiell kann man den Inflator auf jeder Art von Signal anwenden, muss sich aber immer darüber im Klaren sein, dass auch hier weniger in der Summe mehr bedeuten kann. So hat man seinen Mix mit zu viel Einsatz des Inflators auch schnell "kaputt-bearbeitet", denn trotz der hohen klanglichen Qualität ist eine zu starke Bearbeitung in der Summe letztendlich hörbar und dann eher als negativ wahrnehmbar. Nutzt man den Inflator aber mit Bedacht und achtet gezielt auf die Veränderungen seines Audiosignals, so kann man sehr gute Ergebnisse erreichen, die dank subtiler Bearbeitung nicht "übersättigt" (im wahrsten Sinne des Wortes...) klingen.




Lizenz

Die erforderliche Lizenz ist per eigener Internetseite schnell auf den entsprechenden iLok-Account transferiert und sofort zum Einsatz bereit.


Fazit

Der Inflator vereint viele Plug-In-Funktionen in einer simpel zu bedienenden Software, welche mit wenigen Reglern und Knöpfen auskommt. Die Wirkungsweise des Effektes gestaltet sich zunächst sehr zurückhaltend und subtil und ist vor allem auf Einzelsignalen sehr angenehm, selbst, wenn man den Klang verhältnismäßig stark bearbeitet. Hier tritt sehr schnell eine Exciter-artige Gewöhnung auf, welche zur starken Klangbearbeitung einläd, die allerdings auch recht bald in eine Verschlechterung des Klang überschwappen kann. Ist man hier auf der Hut und sich dessen bewusst, dass man es nicht übertreiben darf, hat man mit dem Inflator ein exzellentes Plug-In an der Hand, mit dem man subtile, aber dennoch Wirkungsvolle Klangbearbeitung in Richtung Sättigung, EQing/Obertonerzeugung, Kompression und Exciting realisieren kann und das mit lediglich zwei Reglern.

 
Features

Sonnox Inflator
Plug-In zur Audiobearbeitung
Kombination aus (Band-)Sättigung, Maximising, Kompression und EQ/Obertonerzeugung
Schnittstellen: TDM, RTAS, AAX, POWERCORE, AU, VST
Betriebssysteme: MAC & PC
UVP: 189€ (VST/AU/RTAS)

www.sonnox.com