SPEAKER

Adam A77X

Adam A77X Near-/Midfield Aktiv-Monitor

Von Adam sind wir mittlerweile preisgekrönte Monitorsysteme gewohnt. Die Berliner Lautsprecher werden regelmäßig zu User- und Testfavoriten gekürt. Der kompakte A7X ist eines dieser Highlights: 7“ Tieftöner, X-ART Bändchenhochtöner, Bassreflexgehäuse. Aus diesen Zutaten hat Adam einen Bestseller gefertigt, der in kleinen Studios mit Linearität und toller Transparenz überzeugt. Mit dem großen Bruder A77X wird nun eine leistungsstärkere Variante angeboten. Wir haben den neuen Monitor im Test.

Technik

Die zusätzliche Leistung gegenüber dem A7X holt Adam aus zwei der bewährten 7“ Glasfaser/Papier-Tieftönern und stärkeren Endstufen. Der X-ART-Hochtöner ist wie bei allen Modellen dieser Serie identisch. Das größere Gehäuse bot den Ingenieuren neue Möglichkeiten der klanglichen Abstimmung der drei Wandler. Genau genommen ist der A77X nämlich ein Drei-Wege-System, denn die zwei Tieftöner besitzen eine unterschiedliche Cut-Off-Frequenz: Der innenliegende Lautsprecher übernimmt Frequenzen bis 3kHz, der äußere bis 400 Hz. Beide bilden den gleichen Bassbereich ab, der bei einer unteren Grenzfrequenz von 38 Hz liegt. Mit dieser Abstimmung schafft der Lautsprecher ein starkes Bassfundament ohne Gefahr zu laufen, dass die Mitten durch Interferenzen der beiden Membrane an Definition verlieren. Um eine funktionierende Symmetrie herstellen zu können, sind die Boxen mit A und B markiert - A wird links aufgestellt, B rechts. Leistung steht den Woofern mehr als ausreichend zur Verfügung: Die zwei Class-D Verstärker leisten je 100 Watt RMS.

Der bewährte X-ART Bändchenhochtöner ist bereits aus den anderen Modellen der Serie bekannt.  Mit einer oberen Grenzfrequenz von 50kHz sind sie den meisten Kalottensystemen weit überlegen. Hinzu kommt eine besonders hohe Beschleunigung und durch das geringe Gewicht ein enorm hoher Wirkungsgrad. Im A77X wird er von einem neuen 50 Watt AB-Verstärker angetrieben.

Bedienung

Adam hat bei seinen Monitoren einige Annehmlichkeiten etabliert, die die Bedienung besonders komfortabel machen: Der Power-Schalter sowie das bei 0dB gerastete Lautstärke-Poti gehören dazu. Rückseitig lassen sich Raumanpassungen über Drehpotis vornehmen: Ein High-Shelve Poti regelt +/- 6dB ab 5kHz und der Low-Shelve bearbeitet Frequenzen unter 300 Hz. Zusätzlich ist der Verstärker des Tweeter im Bereich +/- 4dB regelbar.

Der Anschluss der Monitore ist denkbar simpel: Mit Signal wird der A77X entweder über XLR (symmetrisch) oder Cinch (unsymmetrisch) gespeist. Die Standard-IEC-Buchse nimmt Spannungen zwischen 100 und 240 Volt auf ohne dass manuell vorgewählt werden muss.

Praxis

Wer den bereits sehr guten A7X kennt, wird überrascht sein, was die größere Version leistet: Im Nahfeld bei moderaten Lautstärken zeichnet der A77X ein größeres, besser durchhörbares Klangbild. Die einzelnen Instrumente klingen freier, losgelöster von den Boxen. Natürlich leistet die größere Gesamtmembranfläche in Kombination mit dem erhöhten Volumen mehr Fundament. Der Bass ist selbst nahe der unteren Grenzfrequenz stabil, schnell und ungemein definiert. Mit am deutlichsten wird der Unterschied zum kleinen Bruder im oberen Bass- bis unteren Mittenbereich. Während der A7X zu einer leichten Überhöhung tendiert, schafft der A77X sehr viel mehr Raum und Klarheit und weiß dadurch das Attribut ,Wärme‘ differenzierter darzustellen. Davon profitiert der gesamte Mittenbereich. Stimmen werden ungemein fein und detailreich abgebildet. Bläser klingen schlichtweg echt. Der Hochtöner ist zwar identisch zum kleinen Adam, subjektiv hat er aber etwas mehr Luft, da die angrenzenden Frequenzen freier und offener klingen. Der X-ART Hochtöner überzeugt einmal mehr mit einem Detailreichtum, der in dieser Preisklasse seines Gleichen sucht. Die obere Grenzfrequenz von 50kHz scheint auf dem Papier wenig alltagsrelevant. In der Praxis bedeutet dieses Plus an Frequenz-Headroom jedoch eine völlig unangestrengte Wiedergabe feinster Hochton-Nuancen. Und wer einmal in den Genuss von hochauflösendem Audiomaterial mit Abtastraten von 96 oder 192 kHz kommt, wird die hohe Grenzfrequenz noch einmal mehr zu schätzen wissen.

Und natürlich: Das Extra an Leistung setzt der A77X mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit um. Sowohl die Woofer als auch der Hochtöner klingen auch bei hohen Pegeln nie gestresst.

Fazit

Der A77X erzeugt aus den Grundzutaten des des A7X mehr Leistung, mehr Tiefbass und mehr Transparenz. Während das Plus an Lautstärke und Bass zu erwarten war, hat uns die clevere Abstimmung der Crossover-Frequenzen zwischen den drei Wandlern überrascht: Von der Aufteilung in drei Frequenzbänder profitieren insbesondere die Mitten, die mit dem A77X in Sachen Detailtreue eine neue Referenz in dieser Preisklasse schaffen. Wer die zusätzliche Investition gegenüber dem kleineren A7X aufbringen kann, profitiert von einem noch besseren System und der Option nicht nur im Nearfield sondern auch im Midfield ein authentisches Abbild des Audiosignals abhören zu können.

Allgemeines  Frequenzgang 38 Hz - 50 kHz THD 90dB/1m > 100 Hz ≤0,5 % Maximaler Schalldruck mit Sinus 100 Hz bis 3 kHz in 1 m Abstand  ≥114 dB Maximaler Peak Schalldruck pro Paar in 1m  ≥114 dB Übergangsfrequenz 400 / 3000 Hz Eingangsimpedanz 30 KOhm Gewicht 12,8 kg (20.3 lb) Magnetisch geschirmt: optional Höhe x Breite x Tiefe 235 mm (9,5") x 530 mm (21") x 280 mm (11") Garantie: 5 Jahre

UVP: 1100,00 €

www.adam-audio.com