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Yamaha HS8

Yamaha HS8

Near-/Midfield Aktiv-Monitor

Die HS8 sind die Nachfolger der sehr erfolgreichen HS80. Yamaha hat mit dieser Serie ein echtes Preis-Leistungs-Highlight etabliert. Mit Preisen im Bereich von Projektstudio-Monitoren und einer Klangqualität, die sich mit professionellen Monitoren messen kann, liegt die Messlatte hoch. Wir haben die neuen HS8 unter die Lupe genommen.

 


Technik
Der Name verrät bereits, dass es sich um einen Monitor mit 8 Zoll Lautsprecher als Basis handelt. Als Hochtöner kommt eine 1 Zoll-Kalotte zum Einsatz. Die Yamaha-Ingeneure haben eine Übergangsfrequenz von 2 kHz zwischen den beiden Wandlern gewählt. Rückseitig finden wir die Bassreflexöffnung, die einer verstärkten Basswiedergabe dient. Die Leistungsdaten machen auf dem Papier einen etwas sparsamen Eindruck: 75 Watt für den Tieftöner und 45 Watt für den Hochtöner klingen zunächst nicht nach großen Pegelreserven. Soviel aber vorweg: Leise sind die HS8 nicht. Mit gut 10 kg bringen die Monitore auch ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Das kunststoffbeschichtete MDF-Gehäuse ist einwandfrei verarbeitet. Anschlüsse und Bedienelemente wirken hochwertig.


Bedienung

Die Yamaha HS8 bieten eine sehr gute Ausstattung, die den Anschluss und Ortsanpassungen erleichtert. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Anschlüsse: Das eingehende Signal wird über je eine separate Neutrik XLR-Buchse oder einen Klinkenanschluss verbunden. Darüber befindet sich das Level-Poti mit klar definierter Mittelrasterung. Der Ortsanpassung dienen zwei Einstellmöglichkeiten: Zum einen ist der Hochtöner um 2 dB absenk- und anhebbar. Außerdem lässt sich ein Low Shelf bei 500 Hz aktivieren. Dieser bedämpft die Bässe bis unteren Mitten wahlweise um 2 oder 4 dB. Der Low Shelv ist gut gewählt, um zum Beispiel die Aufstellposition auf der Schreibtischplatte nicht zu bassbetont klingen zu lassen.

 


Praxis

Was kann ein Monitorpaar dieser moderaten Preisklasse leisten? Im Falle des HS8 ist das eine ganze Menge: Mit unseren Test- und Musiksignalen füttern wir die Monitore und staunen über ein volles und offenes Klangbild. Fangen wir beim Bassverhalten an: Bis ca. 55 Hz hinunter spielen die Monitore sauber und sehr akzentuiert. Damit setzen die HS8 nicht unbedingt einen Subwoofer voraus, denn der wichtigste Bassbereich ist sehr gut vertreten. Abhängig von dem bevorzugten Musikgenre und den Abhörgewohnheiten kann eine weitere Oktave nach unten natürlich Nutzen und Spaß bringen - aber es ist bei diesen Yamaha Monitoren nicht notwendig. Die vom Hersteller angegebene untere Grenzfrequenz von 38 Hz bezieht sich auf einen Abfall von immerhin 10 dB.

Diese Angabe ist also nicht wirklich praxisorientiert, da die Signale unter 50 Hz zwar abgebildet werden können, aber im Verhältnis zum höheren Frequenzspektrum leise und weniger ausgewogen klingen. Insgesamt spielen die HS8 einen sehr schnellen und fokussierten Bass. Das gesamte Frequenzverhalten ist sehr stimmig und ausgewogen. Die Monitore neigen zu keinerlei Über- oder Unterbetonungen. Das ist in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich. Die Hochtöner fügen sich sehr gut ins Klangbild. Zwar bleibt ein solcher Monitor gegenüber professionellen Modellen in Punkto Auflösung und Stereobild zurück. In der Praxis ist das aber nicht dramatisch. Wer bei einer hochwertigen Klassikaufnahme die Distanz der einzelnen Musiker zuneinander raushören möchte, findet teurere Monitore, die das eher leisten können als die HS8.

Der sehr gute Frequenzverlauf und das tolle Impulsverhalten über das gesamte Spektrum bilden aber die Grundlage zu einem Werkzeug, mit dem sich sehr gut und zuverlässig hochwertige Mixe erstellen lassen. Dabei scheut der HS8 auch nicht vor höheren Lautstärke Pegeln zurück. Wir sind überrascht wie lang das Signal sauber bleibt. Der Bassbereich ist am schwersten zu bezwingen. Hier müssen schon unangenehme Lautstärken herrschen, damit das Signal deutlich an Definition verliert. Im Nahfeld neigt man ohnehin selten zum Abhören in diesen Lautstärken. Etwas früher beginnen Mitten und Höhen an Auflösung zu verlieren. Aber auch hier gilt: Bei normalen bis mittleren Lautstärken zeigt sich der HS8 souverän und kraftvoll.

 


Fazit

Es ist erstaunlich, wie gut Monitore in diesem Preissegment klingen können. Natürlich geht es noch feiner auflösend - aber zu einem deutlich höheren Preis. In diesem Marktsegment dürfte Yamaha wieder ein Erfolgsmodell für kleine und Projektstudios gelungen sein. Klang und Verarbeitungsqualität sprechen einfach für sich.


Allgemeines

Zweiwege Aktiv-Studiomonitor
8“ Tieftöner (75 Watt), 1“ Hochtöner (45 Watt)
Frequenzgang (-10dB) 38 Hz - 30 kHz
Gewicht 10,2 kg
Maße: 390 x 250 x 334 mm

UVP pro Stück: 330,00 €

 

www.yamaha.de