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Neumann KH 310 A

Neumann KH 310 A - Near-/Midfield Aktiv-Monitor


Die Neumann KH 310 A erinnern nicht zufällig an die Klein und Hummel O300. Vor rund vier Jahren hat Neumann die Entwicklung und Produktion der Klein und Hummel Studiomonitore übernommen. Man kann die KH 310 A durchaus als inoffizielle Nachfolger der O300 betrachten. Letztere genießen einen hervorragenden Ruf in professionellen Tonstudiokreisen. Kann Neumann da noch einen draufsetzen?

 

 

Technik

Neumann setzt wie beim Klein und Hummel-Vorgänger auf ein aktives Drei-Wege-System. Hoch und Mitteltöner kommen als Gewebekalotten mit je 70 Watt Verstärkern als Ausgangsleistung zum Einsatz. Der Tieftöner misst für das recht kompakte Gehäuse stattliche 210 mm Durchmesser. Mit 150 Watt stehen ihm auch ordentliche Leistungswerte zur Seite. Als Signalquelleneingang dient eine Neutrik-XLR-Buchse auf der Rückseite. Neumann betont aufwändige Berechnungsmethoden in der Abstimmung der Komponenten, um ein präzises Klangbild produzieren zu können.


Bedienung

Die KH 310 A bieten sehr gute Anpassungsoptionen über Schalter und Regler an der Rückseite. So lässt sich der Input-Gain von 0 dB bis - 15 dB stufenlos an einem Poti absenken. Die Ausgangslautstärke ist dagegen per Schiebeschalter in vier Stufen zwischen 94 dB und 114 dB SPL (bei 0 dBU) einstellbar. Steht der Input-Gain auf den standardmäßigen 0 dB, lässt sich so über den Schalter unkompliziert der Gesamtpegel für beide Monitore perfekt aufeinander einstellen. Neumann setzt außerdem auf optionale Ortsanpassungen in den Bässen, unteren Mitten und Höhen. Während die Bässe und unteren Mitten über passive Filter dreistufig abgesenkt werden können, hat man bei den Höhen zusätzlich die Option einer aktiven Anhebung. Weiterhin auf der Rückseite zu finden: Der obligatorische Ground-Lift sowie ein Schalter zur dreistufigen Dimmung des vorderen Neumann-Logos.

Und auch das gehört zur Bedienung: Die KH 310 A bieten ungewöhnlich viele Optionen zur Montage. Diverse Winkel und Platten bietet Neumann als Zubehör an. Damit lassen sich die Monitore an praktisch jedem Ort perfekt installieren. Neumann unterstreicht damit den professionellen Anspruch an das Produkt.

 


Praxis

Wir testen die Monitore in unserem Regieraum mit dem Metric Halo LIO-8 als Referenz-Wandler und Monitorcontroller. Als Testmaterial dienen Musikproduktionen und unsere eigenen Drum- Recordings. Erster Eindruck: Die Neumann Monitore spielen frisch und offen auf, zeigen sofort eine Fülle an Details und Räumlichkeit. Mit einer bemerkenswerten Feinzeichnung zeigen sie spektakuläre Stärken in den Mitten. Das äußert sich in einer wunderbar authentischen und Bläserklängen. Die Höhen sind nicht zurückhaltend, aber ungemein agil und realistisch. Die KH 310 A zeigen kaum einen eigenen Charakter, sondern arbeiten umso stärker Eigenheiten der Instrumente, Aufnahme und des Mixes heraus. Die Bässe können im ersten Moment schlank wirken. Neumann setzt nicht auf eine Bassreflex-Konstruktion, um die Wiedergabe des Bassbereichs zu erweitern. Priorität war eindeutig die Präzision der Bassabbildung. Die Bässe klingen sehr konturiert und griffig und gehen dabei bis rund 40 Hz linear hinunter. Hervorragend wie pegelstabil sich die Monitore über den gesamten Frequenzbereich halten bis sie bei enormen Pegeln zu verzerren beginnen. Bei jeder Abhörlautstärke können die Monitore mit einer tollen Transientenabbildung und feinster Staffelung von Instrumenten und Raum überzeugen.


Fazit

Die Neumann KH 310 A sind Referenzmonitore für profesionelle Tonstudios. Sie sind bis ins Detail durchdacht, hervorragend konzipiert und gefertigt und bewähren sich als ehrliches Werkzeug zur Beurteilung von Klängen. Dabei empfanden wir sie trotz aller nüchternen Perfektion auch als langzeittaugliche Abhören, die bei entsprechend gutem Audiomaterial auch richtig Spaß machen.


Allgemeines
3 Wege Aktivmonitor
Tieftöner
Frequenzgang 34 Hz - 21 kHz
Übergangsfrequenzen 650 / 2000 Hz
Gewicht 13 kg
Magnetisch geschirmt
Höhe x Breite x Tiefe 253 x 383 x 292 mm

UVP: 1999,00 €