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M-Audio M3-8 Monitor

M-Audio M3-8   Near-/Midfield Aktiv-Monitor


M-Audio bewirbt den brandneuen M3-8 als günstigen Studiomonitor, der mit seiner 3-Wege-Technik in Kombination mit der platzsparenden Koaxanordnung von Hoch- und Mitteltöner eine Überlegenheit gegenüber den Konkurrenten erzielen soll. Wir testen die neuen Monitore in der Praxis.

 


Technik

3-Wege-Technik bedeutet, dass das Frequenzspektrum auf drei Lautsprecher innerhalb einer Monitorbox aufgeteilt wird. Im Falle der M3-8 ist ein 8 Zoll-Lautsprecher mit rückseitiger Bassreflexöffnung für die Bässe bis unteren Mitten zuständig, ein 5-Zöller für die Mitten und eine 1 Zoll-Kalotte für den Hochtonbereich. Mittel- und Hochtöner sind in Koaxanordnung verbaut, sitzen also direkt aufeinander. Diese Konstruktion kann eine präzisere, da phasenlinearere Wiedergabe erzielen, ist aber auch nicht ganz unproblematisch, da der Mitteltöner „auf“ den davorliegenden Hochtöner strahlt. Der M-Audio Monitor ist ein Aktiv-Typ, heißt also, dass das eingehende Line-Signal (per XLR, Klinke oder Cinch) im Gehäuse verstärkt wird. Dafür stehen drei getrennte Endstufen zur Verfügung. Entgegen der Werbung des Herstellers bedeutet eine 3-Wege-Konstruktion keineswegs grundsätzlich eine Überlegenheit gegenüber 2-Wege-Systemen. Das kann man getrost als Marketing abstempeln. Denn drei Wege gehen auch mit zwei Übergangsfrequenzen zwischen den drei Lautsprechern einher. Und Übergangsfrequenzen sind der Bereich, in dem Frequenzweichen eingreifen und klanglich ein weniger präzises Ergebnis erklingt als außerhalb dieses Übergangsbereichs.

 


Ausstattung und Bedienung

Die M-Audio M3-8 sind sehr gut ausgestattet. Sie bieten zahlreiche Anpassungs- und Anschlussmöglichkeiten. Neben den bereits erwähnten verschiedenen Eingängen können die M3-8 mit einer Reihe von elektronischen Helfern aufwarten: Ein schaltbarer Lowcut bei wahlweise 80 oder 100 Hz bietet eine sinnvolle Option für die Kombination mit einem Subwoofer. Darüber angeordnet befindet sich die Lautstärke- und EQ-Sektion. Der Equalizer kann in drei Bändern über gerasterte Potis recht fein eingestellt werden. Ein weiterer Kippschalter nimmt den EQ aus dem Signalweg - sehr gut. Was uns fehlt: Ein Groundlift könnte hin und wieder helfen, Störgeräusche zu eliminieren.

 

 

Insgesamt macht die Verarbeitung einen wirklich guten Eindruck. Die Front ist aus Holz, Lautsprecher sowie die rückseitig montierten Potis, Buchsen und Schalter sitzen einwandfrei im Gehäuse. Mit fast 13 kg pro Stück bringen die Monitore auch ein ordentliches Gewicht auf die Waage.

 


Praxis

Wir testen die Monitore mit finalen Mixes, Einzelspuren, kommerzieller Musik sowie unseren Drumrecordings. Nach dem Einschalten fällt zunächst ein recht hohes Eigenrauschen auf. Zudem reagieren die M3-8 empfindlich auf Einstreuungen, die sich in Brummen oder Surren äußern können. Das ist im Homestudio-Umfeld nicht unproblematisch. Selbst wenn Einstreuungsgeräusche gering sind, ermüdet das Eigenrauschen selbst in etwas distanzierterer Midfield-Aufstellung nach kurzer Zeit.

 

 

Wir machen den Klangtest und hören uns dafür durch unser Repertoire an Material. Uns gefällt ein angenehmes Gesamtklangbild, das weich und unangestrengt klingt. Weiterhin erklingt eine schön definierte Stereomitte, wenn auch die dargestellte Bühne keine hohe Gesamtbreite aufweist. Das insgesamt etwas weiche Klangbild geht allerdings zu deutlichen Lasten der Detailabbildung: Zwar klingen die M3-8 angenehm, aber sie zeichnen wenige Details. Die mangelnde Offenheit der Wiedergabe macht sich besonders prominent bei Stimmen, Streichern, gezupften Instrumenten sowie Becken bemerkbar. Auch Rauminformationen werden dadurch unterrepräsentiert.

Der wichtige Frequenzbereich von den oberen Mitten bis Höhen bleibt diffus und zurückhaltend. Dadurch werden auch Transienten leicht verwischt - bei zunehmendem Lautstärkepegel in höherem Maß. Der aktivierte EQ vermag einen subjektiv besseren Eindruck zu vermitteln, wenn die Höhen etwas aufgedreht werden. Allerdings nimmt die Detailzeichnung nicht zu, sondern eine klangliche Härte, die beim längeren Hören ermüdet. Gut bilden die M-Audio den Tieftonbereich bis zu den unteren Mitten ab: Ein ordentliches Fundament mit recht guter Definition macht beim Hören durchaus Spaß. Dabei können die Monitore auch bei höheren Pegeln noch ein gutes Gesamtbild abgeben.

 

 


Fazit

Mit einem sehr günstigen Preis versucht M-Audio diesen 3-Wege-Monitor auf einem hart umkämpften Markt zu etablieren. Der angenehm warme Grundklang und die ordentlichen Leistungsreserven machen in der Tat Spaß beim Musikhören. Als Werkzeug zum mischen sind sie nur bedingt geeignet, da sie schlichtweg kein überzeugend differenziertes Klangbild abgeben können. Dass M-Audio zu diesem günstigen Preis eine gute Ausstattung und Verarbeitung anbieten können, überzeugt.


Allgemeines

3 Wege Aktivmonitor
8“ Tieftöner
5“ Mitteltöner und 1“ Hochtöner in Koaxanordnung
Frequenzgang 40 Hz - 20 kHz
Übergangsfrequenzen 450 / 3900 Hz
Leistungsangaben: 150W Tieftöner, Mittel- und Hochtöner je 35W
Gewicht 12,8 kg
Höhe x Breite x Tiefe 434 x 268 x 285 mm
UVP: 349,00 € / pro Stück

www.m-audio.de