TROMMLER

Markus Ostfeld - Frencelet - Moser Trio

Markus Ostfeld - neuer Drummer bei "Francele-Moser"






Drumxond:
Markus, unser letztes Interview war im Februar 2012. Eigentlich ist das ja noch gar nicht so lange her, trotzdem hat sich bei dir unglaublich viel getan. Was ist passiert?

Markus:
Ja, das stimmt. Besonders hervor zu heben ist da meine Band "Francelet-Moser", welche meine Jahresplanung nun maßgeblich bestimmt. Die beiden Schweizer Jazz Musiker Arnaud Francelet (Bass) und Markus Moser (Gitarre) kennen sich schon seit einer halben Ewigkeit und hatten vor ca. 3 Jahren den Grundstein für ein neues gemeinsames Projekt gelegt. Nachdem bereits einige Kompositionen entstanden waren, machten sie sich im Herbst 2012 auf die Suche nach einem passenden Drummer. Da sie in ihrem Umfeld nicht fündig wurden, begannen sie auch im Internet zu suchen. Wie der Zufall so will, entdeckte Markus Moser dann meine Website und einige Videos von mir. Die haben ihn wohl überzeugt, sodass er mich per Mail und am Telefon zu einer Audition eingeladen hat. Zunächst traute ich dem Ganzen noch nicht so ganz, als ich dann aber ein paar Stunden später die Flugtickets nach Bern in meinem Email Post fand wusste ich, dass sie es ernst meinen.

Drumxound:
Also zum richtigen Zeitpunkt am richten Ort gewesen. In diesem Fall im Internet...

Markus:
Genau so ist es. Tatsächlich ist es auch nicht das erste mal, dass sich meine Online Präsenz bezahlt gemacht hat. Durch die Aktivitäten auf Facebook, Youtube, meiner Website und Co. habe ich schon öfter mal ein paar Gigs oder einen neuen Schüler bekommen. Auch die Endorsement Partner freuen sich darüber. In der heutigen Zeit musst du da einfach präsent sein. Der persönliche Kontakt ist mir zwar immer noch der liebste, jedoch fehlt einfach die Zeit, um mit jedem Kollegen regelmäßig Kaffee trinken zu gehen. Da sind die sozialen Netzwerke sehr hilfreich.

Drumxound:
Wie ging es dann mit "Francelet-Moser" weiter?

Markus:
Ich bekam acht Kompositionen zugeschickt und sollte mich entsprechend vorbereiten. Zu hören waren Kontrabass, Gitarre und ein Klick zur Orientierung. Bei den Drum Parts gab es erstmal keine Vorgaben. Ich hatte zwei Wochen Zeit und beschäftige mich intensiv mit dem Material, bis dann an einem Mittwoch Ende Oktober der Flug nach Bern auf dem Plan stand. Unglücklicherweise war es an dem Tag extrem nebelig über dem Flughafen, sodass meine Maschine nach Basel umgeleitet wurde und ich von da an noch zwei Stunden mit einem Bus der Airline zurück nach Bern fahren musste.

Ich könnte ja nichts dafür, war aber natürlich trotzdem um so nervöser als ich dann am eigentlichen Ziel Airport auf Markus Moser traf, der mich dort abholen wollte. Die Nervosität ist jedoch sehr schnell verflogen, da Markus wirklich ein extrem netter Mensch ist und wir direkt auf einer Wellenlänge lagen.

Im Proberaum lernte ich dann auch Arnaud kennen, mit dem ich mich ebenfalls gleich gut verstand. Wir haben drei Tage lang jeweils bis zu acht Stunden zusammen gespielt. Gewohnt habe ich bei Markus Moser zu Hause. Freitag Nachmittag stand dann fest, dass wir in Zukunft zusammen arbeiten werden.
Dann musste ich auch schon wieder schnell zurück fliegen, da ich am späteren Abend noch eine Show mit meinem Duo "Marcito & Matthias" auf dem Cajon Festival in Schwalmtal spielen sollte.






Drumxound:
Bei eurem nächsten Zusammentreffen ging es dann gleich ins Studio?

Markus:
Richtig. Eigentlich sollte das sogar schon im Dezember der Fall gewesen sein, auf Grund eines Krankheitsfalles in Markus' Familie, wurde es dann aber der Januar 2013. Diesmal bin ich mit einem Auto voller Equipment angereist und wir haben direkt nach meiner Ankunft in Arnauds Studio aufgebaut. Nach Soundcheck und Mittagessen ging es danach schon an die ersten Aufnahmen.

Neben den acht Songs, die ich bereits kannte, überraschten die beiden mich noch mit zwei neuen Kompositionen, die ebenfalls mit auf das Album sollten. "Santiago Groove" und "Sin Palabras" habe ich also im Studio zum ersten mal gehört nach drei Tagen hatten wir alle 10 Tracks im Kasten. Als Special Guest war außerdem noch Daniel Woodtli, ein in der Schweiz sehr bekannter Trompeter dabei. Am vierten Tag habe ich noch ein paar Percussion Overdubs ergänzt. Anfang Juni war die Debüt CD "Orange Mood" dann auf dem Markt.

Drumxound:
Ihr habt also Nägel mit Köpfen gemacht und das Album bereits bei eurer zweiten Begegnung in nur vier Tagen aufgenommen. Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall hören lassen.

Markus:
Danke, die Kritiken in diversen Fachmagazinen, wie z.B. der "Jazz and more" haben unsere Arbeit auf jeden Fall bestätigt. Es gab nichts negatives zu lesen, Gott sei dank.

Drumxound:
Mit einem fertigen Album in der Hand möchte man ja dann auch auf Tournee gehen. Wie entwickelte sich das weiter?

Markus:
Na klar, Live Konzerte sind schließlich durch nichts zu ersetzen. Es folgte eine Open Air Release Tour im Sommer 2013, in einigen sehr schönen Jazz Locations mit See- oder Berg Panorama. Da hat die Schweiz echt einiges zu bieten. Im späten Herbst folgte eine zweite Tour, diesmal durch einige Clubs. Außerdem waren wir beim nationalen Schweizer Radio Sender RTS JazzZ und haben dort live gespielt und viele Fragen zu unserem Trio beantwortet. Da mein französisch allerdings nicht vorhanden ist, ich hatte damals Latein in der Schule, haben Arnaud und Markus die Interviews im französisch sprachigen Radio übernommen. Ein Kamera Team hatten wir auch dabei und die Videos von unserem Auftritt findet man nun auf Youtube.


Drumxound Video - live auf der Musik Messe 2014






Drumxound:
Dieses Jahr konnten wir euch ja dann auf der Musikmesse Frankfurt live erleben. Ihr hattet am Stand von Box Of Trix, in der Mark World und auf der Agora Stage gespielt. Super Konzerte übrigens!

Markus:
Ja, für diese Möglichkeiten möchte ich mich noch einmal bei unseren Partnern bedanken. Als Anatolian und De Gregorio Endorser konnte ich mit den Jungs sowohl täglich am Box Of Trix Stand, als auch für Box Of Trix auf der Agora Stage spielen. Dazu kamen die zwei Shows für Mark Drum auf der Mark World eigenen Bühne in Halle 4.0. Dort haben wir uns zum ersten mal live vor deutschem, aber auch internationalem Publikum zeigen können und die Reaktionen waren durchweg sehr positiv.

Für mich ist es vor allem immer wieder etwas ganz besonderes, wenn ich einige sehr geschätzte Trommler Kollegen im Publikum sehe. Doch auch ihnen scheint es gefallen zu haben, was mich wirklich sehr freut.

Drumxound:
Nun arbeitet ihr bereits am zweiten Album. Das ist ein ordentliches Tempo für eine neu gegründete Jazz Band. Die erste CD ist schon ausverkauft und auch der Online Vertrieb läuft gut. Was dürfen wir von eurem zweiten Werk erwarten?

Markus:
Wir sind mit dem Debüt Album sehr zufrieden, wollen mit der zweiten CD aber natürlich noch eine große Schippe drauf legen. Unsere eigenen Ansprüche sind sehr hoch. Wie ich eben erzählt habe, kannten wir uns zum Zeitpunkt unseres ersten Studio Aufenthaltes noch kaum. Nun sind wir eingespielt, haben drei Tourneen hinter uns und sind gute Freunde geworden.
Dieses Jahr bin ich bereits zwei mal in die Schweiz geflogen, um mit den Jungs am neuen Material zu arbeiten. Schon diese Vorbereitung ging bis ins letzte Detail und wir überließen von Anfang an nichts dem Zufall.
Markus und Arnaud hatten den Januar in Thailand verbracht und dort die Songs für das kommende Album geschrieben. Dann haben wir sie zusammen arrangiert und eine Vorproduktion aufgenommen. Diese habe ich dann mit nach Hause genommen, einmal mit und einmal ohne die Schlagzeug Spuren. In meinem Übungsraum arbeite ich seitdem täglich mehrere Stunden an den Kompositionen und tausche mich über das Internet immer wieder mit den Schweizern aus.


Video - Radio Konzert





Drumxound:
Im Juli geht ihr dann ins Studio. Habt ihr auch dieses mal wieder einen Special Guest dabei?

Markus:
Ja, das haben wir. Zum einen begleitet uns Hannes Buergi am Piano, ein Schweizer Jazz Pianist der unsere Art der Interpretation sofort verstanden hat und bereits mehrfach mit Arnaud und Markus geprobt hat. Und zum anderen ist da noch jemand auf den ich mich ganz besonders freue.

Wie du ja weißt, bin ich ein großer Cuba und Latin Fan und spüre den Einfluss dieser Musik in allem was ich mache. Markus Moser ist gut befreundet mit Juan Munguía, einer echten Latin Legende. Juan war lange Zeit der erste Trompeter bei Irakere, einer meiner absoluten Lieblingsbands. Bei "Marcus Moser Latin Spirit", einer anderen Band von Markus, ist Juan ebenfalls ein festes Mitglied. Auch sie brachten vor einiger Zeit ein Album heraus und gingen nach Markus' Thailand Auszeit auf Tournee.

Juan ist nach eigener Aussage ein großer Fan unserer Musik und hat sofort zugesagt mit uns zu spielen. Er wird nicht nur mit ins Studio kommen, sondern auch eine Woche vorher mit uns auf Festival Tournee gehen. U.a. spielen wir auf der Jazzparade Marly (ehem. Fribourg) und dem Icogne Jazz Festival hoch oben in den Schweizer Bergen. Nach dieser Tour Woche werden wir uns dann perfekt eingespielt in Arnauds gerade frisch ausgebautem Studio einschließen und die CD recorden.

Drumxound:
Nachdem wir jetzt ganz viel über die Musik und Entwicklung der Band gesprochen haben, erzähl uns doch noch etwas über dein Equipment in diesem Kontext.

Markus:
Zunächst einmal möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Endorsement Partnern bedanken, die mich so wahnsinnig toll unterstützen. Ohne sie wäre das in dieser Form gar nicht möglich. Bereits seit unserer ersten Tournee im Sommer 2013 habe ich ein komplettes DrumKit permanent in der Schweiz stehen. Das ermöglicht mir auch bei einem engen Zeitplan für ein paar Tage Proben oder ein, zwei Gigs da runter zu fliegen und nicht einen Tag mit An- und Abreise im Auto zu verschwenden. Vom Flughafen Köln/Bonn aus bin ich in einer guten Stunde mit SkyWork Airlines in Bern.

Aber zurück zum Set: Mein Schweiz Kit besteht aus einer 18x16 Worship Bassdrum, sowie einer 12x08 Tom, einer 14x12 Floortom und einer 14x5,5 Snaredrum aus der City Lights Serie von Adoro Drums. Dazu eine 14er Ambient Hihat, ein 20er Chocolate Move Ride, ein 20er Velvet Ride, sowie jeweils ein 8er und 10er Diamond Splash von Anatolian Cymbals. Dazu habe ich ein großes Sortiment an Sticks und Klein Percussion von Rohema permanent vor Ort.

Für die anstehende Festival Tour und die Studio Recordings reise ich aber diesmal mit dem Auto und einem größeren Schlagzeug an. Auch auf der ersten CD ist ein größeres Adoro Birch Set in 20/10/12/14/16 zu hören. Diesmal handelt es sich um folgenden Aufbau:

Ein Adoro Student Kit mit 18x15 BD, 12x08TT, 14x12FT und 16x12 FT. Dazu eine City Lights Custom Side Snare in 8x5, sowie diverse 14er Main Snares.
Meine Cymbals, natürlich auch von Anatolian: 15er Chocolate Move Hihat, 20er Sweet Ride mit 8er Diamond Splash on Top, 20er Velvet Ride mit 10er Diamond Splash on Top, 22er Velvet Ride, 21er Chocolate Move Ride mit einem Stack aus zwei alten gerissenen Splashes on Top, sowie ein Stack aus einem 10er Diamond Splash und einem alten 10er Trash Cymbal.

Ergänzt wird das Ganze durch eine Left Foot Cowbell, einen Jamblock, sowie eine weitere Salsa Cowbell über der 16er Floortom.
Im Studio spiele ich diverse Conga Parts zu den Songs, dafür habe ich meine nagelneuen Reiche Trommelbau Congas dabei. Live geht das nicht, dafür nutze ich aber einige Mark Drum Pads, welche mit entsprechenden Conga Sounds belegt sind. So kann ich diese Pattern auch live am Schlagzeug umsetzen ohne auf Loops und Clicktracks zurück greifen zu müssen.






Drumxound:
Bei diesem Setup sind wir schon sehr gespannt, wie die neue CD klingen wird und mit was für Grooves du uns überraschst. Nun haben wir viel über deine Hauptband gehört, aber das ist ja noch längst nicht alles. Neben "Francelet-Moser" hast du ja noch einige weitere Projekte. Wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Markus:
Das ist eine gute Frage, die ich mir auch manchmal stelle. Aber mit einem durchdachten Zeit Management ist einiges möglich.

Da wären zum einen noch meine anderen Bands. Ganz aktuell ist das z.B. "Cafecíto", die Gala Band meiner Verlobten Susana, mit der bald einige Gigs anstehen. Wir spielen eine interessante Mischung aus Jazz, Latin und Party Musik, aber alles mit Niveau. Jetzt zur Fußball WM gehören auch mal perfekt durch arrangierte Hits der brasilianischen Sängerin Ivete Sangalo dazu. Da ist es gar nicht so leicht als alleiniger Drummer den Job eines Schlagzeugers und fünf Percussionisten zu übernehmen, wie es im Original der Fall ist.

Dann wäre da noch das Jazz Quartett "Groove Elation" mit dem ich bereits zwei Alben eingespielt habe. Zur Zeit bereiten wir CD Nr.3 vor, für die ich auch zwei Tracks komponiert habe.

Mit meinem Conga/Piano Duo "Marcito & Matthias" haben wir im Frühjahr ein paar Konzerte gespielt und basteln nun ebenfalls an neuem Material.

Und dann wäre da noch mein eigenes Trio mit Matthias Dymke am Piano und Andreas Daniel Rodeck am Bass. Wir spielen eine Art New York Latin Jazz und gehen im November wieder auf Tour. Hinzu kommen immer mal Feuerwehr Jobs bei anderen Bands.

Dann habe ich einige Schüler und leite ab Juni einen wöchentlichen Percussion Kurs in meinem Raum. Nach dem Sommer werde ich wahrscheinlich wieder auf Cajon Workshop Tour für DG gehen. Für Mark Drum spiele ich u.a. auf Drum Festivals in Kiel und Langenfeld, sowie einige Clinics und Info Veranstaltungen. Mit Bassist Andreas Reinhard habe ich grad erst zwei Bass & Drums Workshops gegeben, da werden wohl noch weitere folgen.

Drumxound:
Klingt so, als wäre an einen Urlaub nicht zu denken?

Markus:
So ein richtig schöner Familien Urlaub, das wär's. Tatsächlich ist das grad aber einfach nicht drin, auch meine Süße hat einen extrem vollen Termin Plan und ist als Sängerin und Dozentin sehr gefragt. Wenn zwischendurch aber mal ein wenig Zeit ist, verbringen wir diese gerne gemeinsam mit ihrer Tochter und gehen zum Beispiel auf den See zum "Stand Up Paddeln".

Meine andere große Leidenschaft ist der Motorsport. Ich verfolge nicht nur viele Rennen im TV oder per Live Stream, sondern gehe auch selber bei Kart Rennen den Start. Eine willkommene Abwechslung zur Musik und Ideal um den Kopf frei zu kriegen.

Drumxound:
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für deine weitere Zukunft.

Website: www.markusostfeld.com