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MIXER

Phonic Summit - 16 Kanal Digitalmixer

Phonic hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit bezahlbaren Audioprodukten für den Live-Einsatz gemacht. Auch der Summit zielt auf die Live- und Proberaumumgebung, lässt sich aber natürlich auch für Studiorecordings verwenden.

 

Test Video 1 - Ohne Effekte / EQ

 

 

Test Video 2 - Mit EQ und Compressor

 

 

  

 


Was ist das Phonic Summit?

Das Summit ist ein Digitalmixer mit 16 analogen Eingangskanälen. Diese stehen wahlweise als XLR-Mikrofoneingang oder symmetrischer Klinken-Line-Eingang zur Verfügung. Hinter den Inputs wird das Signal digital gewandelt. Als maximale Auflösung sind hier 96kHz in 24 Bit möglich - die interne Bearbeitung erfolgt in sehr hohen 40 Bit Fließkomma: Von den Werten also schonmal hoher Studiostandard. Nach der Wandlung macht das Phonic alles, was man sich von einem Mischpult mit Effektsektion wünschen kann: Einen Mix zum Masterbus erstellen, einzelne Kanäle auf Subgruppen zusammenfassen, Auxwege erstellen sowie Eingangs- und Ausgangsseitig die Signale mit EQ, Dynamikprozessor und Delay bearbeiten.

Das Phonic Summit besitzt 17 motorisierte Fader in großer 100mm Ausführung. Oberhalb der 16 Channel Fader und dem Stereo Masterfader das Bedien-Highlight: Der 7“ große farbige Touchscreen. Mit ihm lassen sich nicht nur sämtliche Pegel kontrollieren sondern auch Effekte bedienen, Routings ändern, Szenen speichern. Die digitale Verarbeitung im Summit ist recht komplex. Schauen wir also zunächst auf den Grundaufbau des Systems.


Anschlüsse

Neben den erwähnten Eingängen auf der Oberseite finden wir rückseitig eine Phantom Power Zuschaltung in Vierergruppen. Ebenfalls rückseitig: Ein XLR Stereo Main Out, der den Masterbus ausspielt sowie ein XLR Stereo Control Room Out, der als Abhörausgang dient. Ein 2 Track In / Out mit Cinch-Anschlüssen dient zur Anbindung an Consumer Audiogeräte, wie MP3-Player oder CD-Player. Weitere analoge Ausgänge bieten die 8 Multi Outs, die jeweils als symmetrische Klinkenanschlüsse ausgelegt sind. Jeder einzelne lässt sich im Pult frei belegen. Hier können also Subgruppen, Auxwege, Effektanteile oder einzelne Kanäle anliegen. Das Phonic bietet AES/EBU In und Out als digitale Schnittstelle sowie einen Wordclock In / Out zur Synchronisierung mit anderen Geräten. Der SDKartenslot dient lediglich der Speicherung von Presets und dem Abrufen von FirmWare Updates. Audiosignale lassen sich darauf nicht speichern.


Der Pultaufbau

Alle 16 Kanäle haben einen XLR-Mikrofoneingang und einen Klinken-Line-Eingang - beide
symmetrisch. Neben einer schaltbaren Vordämpfung (Pad) und dem Gain-Poti steht pro
Kanal noch ein Insert zur Verfügung. Damit bleiben auf analoger Seite erstmal keine Wünsche offen. Unterhalb der analogen Sektion befindet sich die Bedienung der digitalen Workstation.
Am unteren Rand finden wir erwartungsgemäß die 16 Channel Fader sowie einen Master
Fader.

Über den Fadern befinden sich jeweils die Tasten SEL, SOLO und ON. Über SEL lässt sich der jeweilige Kanal anwählen und anschließend über das Touchpanel oder die alternativen Taster neben dem Panel editieren. ON aktiviert den Kanal, um ihn - je nach Funktion - auf den Masterbus oder einen Aux zu routen. Über die Solo-Funktion höre ich einen Kabal vor, unabhängig davon, ob er über ON aktiviert wurde oder nicht. Ich höre mir also das Signal zunächst an, bevor ich es auf die PA oder einen Monitormix schicke. Welche Funktion die Fader haben, wähle ich in dem Tastenfeld „Layer Mode“ über den Fadern. „Channel“ legt die Eingangskanäle auf die Fader. Somit erstelle ich einen Mix auf den Masterbus. Ich wähle über SEL einen Kanal an, und belege ihn zum Beispiel mit einem EQ. In der „AUX/GP“-Funktion regeln die Fader die Auxwege sowie die Signalgruppen. „Multi“ regelt den Countrol Room Out, der rückseitig in Form von zwei XLR Buchsen anliegt. Außerdem lässt sich der digitale AES/EBU Eingang sowie die 8 frei belegbaren analogen Ausgänge des Summit im Pegel regeln. Diese Ausgänge sind ein wichtiges Feature des Summit: Diese symmetrischen Klinkenausgänge können völlig frei verwendet werden. So lassen sich zum Beispiel Monitormixe, Auxwege oder einzelne Kanäle ausspielen. Das macht das Summit extrem flexibel und auf nahezu jede Situation konfigurierbar. Übrigens sind in jedem Layer Mode Effekte anwendbar. Es stehen praktisch alle Effekte überall zur Verfügung.

Oberhalb der Layer Modes sind die Fader Modes anwählbar: Hier lassen sich die 8 verfügbaren Auxwege anwählen und mischen. Der Touchscreen ist großzügig bemessen, hat eine sehr gute Auflösung und ist gut ausgeleuchtet. Die Entspieglung ist ebenfalls gut gelungen. Übrigens: Phonic bietet online ein 8-teiliges Video-Tutorial zur Bedienung des Summit. Das kann ich an dieser Stelle nur empfehlen. Um den Rahmen in diesem Test nicht zu sprengen, besprechen wir nicht jedes Bediendetail sondern konzentrieren uns darauf zu prüfen, wie das Summit in der Praxis besteht. Zurück zum Display: Einfache Funktionen wie Effekte ein- und ausschalten lassen sich sehr gut über die Touchfunktion bedienen. Manche Menüwechsel haben aber eine trägere Ansprache. Wer also die Ansprache eines aktuellen Smartphones gewöhnt ist, wird den Unterschied schnell merken. Liegt einem das Touchpanel nicht, kann man sämtliche im Display angezeigten Funktionen auch über Hardware Taster und einem Jogwheel neben dem Display bedienen. Das ist Phonic wirklich sehr gut gelungen.

 

Hier findet jeder seinen optimalem Weg aus Touch, Tasten oder einer Kombination aus beidem. Eine optionale USB/FireWire Karte ermöglicht einem das Phonic an einen PC
anzuschließen und die Eingangskanäle mitzuschneiden. Außerdem lassen sich digitale
Signale vom Rechner ins Pult spielen, z.B. Playbacks. Das funktioniert in der Praxis einfach und zuverlässig. Für den schnellen Mitschnitt eines Gigs oder ein Proberaumrecording ist das eine komfortabele Lösung.


Klangqualität

Die Preamps können mit praktisch allen Signalen gut umgehen. Ausgangsschwache dynamische Mikrofone benötigen viel Vorverstärkung. Hier erhöht sich dann auch hörbar das Rauschverhalten der Preamps - alles aber noch in einem gesunden Maß. Die Preamps lösen insgesamt gut auf. Wenn man die Preisklasse bedenkt, ist das schon erstaunlich, welches Ergebnis sich erzielen lässt. Allerdings kann ein separater höherwertiger Mikrofonpreamp, der dann an den Line-Eingang des Summit angeschlosen wird, nocheinmal deutlich mehr Transparenz und Fundament liefern. Die  Preamps lassen sich insgesamt für den Preisrahmen des Mixers als befriedigend bezeichnen. Die Wandler machen ebenfalls einen guten und neutralen Eindruck. Erwähnenswert ist an dieser Stelle die extrem niedrige Latenz zwischen Eingangs- und Ausgangssignal. Die interne digitale Verarbeitung ist also sehr gut gelöst.
Die Effekte sind sehr funktional. Soll heißen: Es gibt viele Parameter einzustellen. Der EQ
ist vollparametrisch, die Dynamiksektion lässt auch Expander- und Limitereinstellungen
sowie deren Kombination zu. Damit lässt sich praktisch alles erdenkliche umsetzen. Klanglich spielen sich die Effekte im guten aktuellen Standard ab. Der Kompressor verhält
sich weitestgehend klangneutral mit einer Tendenz zur Härte in den Höhen. Der eingebaute Delayprozessor ist für den Livebetrieb gut geeignet, bleibt klanglich aber hinter Standard-Softwarelösungen von Garage Band oder Cubase etwas zurück.

 


Fazit

Das Konzept des Phonic Summit ist sehr gut durchdacht. Die Bedienung macht Spaß, wenn man erstmal einen Workflow gefunden hat. Das Routing ist sehr offen und frei gehalten, was das Summit zu einem echten Funktionsgiganten macht. Aber für wen ist das Summit nun gedacht? Am ehesten sehe ich den Einsatz im Livebetrieb, wenn eine Band ihren eigenen Sound machen möchte und mit ihren Presets an den Start geht. Das ist schon sehr komfortabel. Auch im Proberaum ist der Summit eine hervorragende Lösung, die ein gutes Monitoring, Experimente mit Effekten sowie einen guten Mitschnitt bietet. Im Studio funktioniert das Ganze natürlich auch. Aber hier kann man für das gleiche Geld ein reines 16 Kanal Interface plus DAW Software nutzen und arbeitet damit deutlich besser. Insgesamt kann man das Phonic Summit als gelungenes Komplettpaket für Livemixing und Mitschnitte bezeichnen. Zu diesem günstigen Preis bietet das Summit mehr als erwartet.

UVP 2272,- €       inklusive der Firewire Extension Card

www.musikundtechnik.de