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SPEAKER

Nubert nuPro A-20

Nubert nuPro A-20


Nahfeld-Aktivmonitore mit USB


Nubert steht seit über drei Jahrzehnten für hochwertige Lautsprecher aus schwäbischer Entwicklung. 2011 stellte Nubert die Serie nuPro vor: Der Hersteller verbindet erstmals analoge und digitale Eingänge fest in einer Produktionsserie. Nubert beschreibt die Einsatzgebiete im Bereich „Audio, HiFi, Multimedia und Studio“, legt aber einen besonderen Fokus auf das Abhören am Computer. Wir haben das größte Modell der Serie, den A-20 getestet.

Konstruktion

Der nuPro A-20 hat eine klassische kompakte Nahfeldmonitor-Größe und lässt sich somit fast überall problemlos aufstellen. Wir sind überrascht von dem recht hohen Gewicht des Kompaktmonitors: Stolze 7,2 kg bringt der A-20 auf die Waage. Da es sich um Aktivmonitore handelt, muss der A-20 mit dem mitgelieferten zweipoligen Netzkabel verbunden werden. Nubert setzt auf ein Zwei-Wege-Prinzip mit Bassreflexkonstruktion zur Verstärkung des unteren Frequenzspektrums. Der Tieftöner misst 150 mm in der Diagonalen und besteht aus dem Kunststoff Polypropylen. Der 25 mm Hochtöner besteht aus einer Gewebekalotte und wird durch ein robustes Metallgitter geschützt. Das MDF-Gehäuse ist tadellos verarbeitet und wertig lackiert.

Interessant sind die Regelmöglichkeiten an der Vorderseite der Monitore: Neben dem Lautstärkepoti finden wir noch ein „mid/high“-Poti sowie eine Bassregelung. Letztere regelt erwartungsgemäß die tiefsten Frequenzbereiche verstärkend für einen Loudnesseffekt bei leisem Abhören oder abschwächend, um der akustischen Kopplung beim Stand auf einem Tisch oder an einer Wand entgegenzuwirken. Ungewöhnlich ist die Wirkung des Mitten- und Höhenreglers.


Dieser setzt bereits bei 50 Hz ein und reicht bis über 20kHz, um das Frequenzspektrum proportional anpassen zu können, anstatt nur einen kleinen Teilbereich zu verändern und somit den Gesamtklang zu verbiegen. Eine sehr gute Idee, die eine effektive Klanganpassung zulässt ohne eine zu starke Färbung des Audiomaterials zu verursachen. Dass die Klangregelung nicht gerastert ist, gleicht der Hersteller mit einem Trick aus: Zwischen der 11 und 1 Uhr Stellung wirken die Klangregler nicht und verharren in Neutralposition. Somit lässt sich unkompliziert und schnell die neutrale Wiedergabe einstellen.

Nubert hat in der nuPro Serie ein cleveres Energiesparkonzept umgesetzt: Im Standby-Modus erkennt der Eingang, ob Signal anliegt oder nicht. Erst wenn Signal eintrifft, schalten sich die Endstufen ein. Bei Standby liegt der Stromverbrauch bei gerade mal 0,5 Watt (pro Box). Zusätzlich bietet ein Schalter auf der Rückseite die Möglichkeit, den Netzanschluss zu unterbrechen.


Anschlüsse

Auf der Rückseite finden wir einen Stereo-Cinch-Eingang als einzige Option, den A-20 mit analogem Signal zu speisen. Direkt daneben sitzt ein einzelner Mono Cinch-Anschluss, mit dem eine analoge Verbindung zum zweiten Lautsprecher hergestellt wird. Man benötigt also nur ein einzelnes Miniklinke-auf-Cinch-Kabel (im Lieferumfang enthalten), um einen MP3-Player, CDPlayer oder Laptop anzuschließen. Die einfache Cinchverbindung zwischen den beiden Lautsprechern erfolgt dann mit dem ebenfalls mitgelieferten Kabel.

Mit dem USB-Anschluss bietet Nubert eine echte Besonderheit im hart umkämpften Markt der Nahfeldmonitore. Indem ein Monitor direkt per USB mit dem Computer verbunden wird, lässt sich die Computer-interne Soundkarte umgehen. Dafür wählt man an der Vorderseite des Monitors per Drehschalter den entsprechenden Eingang aus. Auch bei diesem Anschlussmodell werden beide Monitore per Mono-Cinch miteinander verbunden. Diese Option ist weniger interessant, wenn bereits ein hochwertiges Interface zur Verfügung steht. Dann wird sogar der analoge Anschluss eventuell zu einem Hindernis, denn Cinch ist in der Studioumgebung fast garnicht vertreten. Die Auswahl USB oder Cinch lässt den Schluss zu, dass die nuPros eher als Computer-Lautsprecher denn als Studiomonitore konzipiert wurden.

Nachtrag: Nubert bietet für die Profis einen Cinch/XLR Adapter für 14,- € pro Stück an. 

 


Klang

Durch die Integration des USB-Anschlusses hat Nubert die volle Kontrolle über das Signal: DAWandler, Frequenzweiche, Endstufe und Treiber sind allesamt aufeinander abgestimmt. Mit dem USB-Anschluss am Computer beginnen wir auch unsere Hörtests. Hierfür haben wir die Monitore auf König & Meyer Stativen platziert und im Nahfeld ausgerichtet.

Zunächst einmal überrascht ein sattes Bassfundament, dass präzise klingt und kaum aufgedickt wirkt. Diesen voluminösen Klang erwartet der Höhrer von solch kompakten Boxen eigentlich nicht. Auch bei höheren Pegeln bleibt der Bass erstaunlich klar konturiert. Die Regelung des Tieftonbereichs über das Poti arbeitet präzise. Die Einsatzfrequenz ist gut gewählt, um bei leiseren Lautstärken für einen ausgeprägteren Druck zu sorgen. Mitten und Höhen klingen im ersten Eindruck linear bis warm. Die räumliche Abbildung ist sehr gut; Wir hören eine schön definierte Stereomitte.

Als Grundtendenz lässt sich bei normaler Abhörlautstärke ein eher gefälliges und warmes Klangbild ausmachen. Dabei lassen die oberen Mitten und Höhen etwas an Durchzeichnung vermissen. Stimmen separieren sich nur schwerlich von Instrumenten mit ähnlichen Frequenzanteilen. Da die oberen Mitten insgesamt recht zurückhaltend agieren, fehlt es manchen Instrumenten an ihren charakteristischen Obertönen. Auf der anderen Seite erhält man ein sehr unangestrengtes HiFi-Klangbild, das schlichtweg schön und unaufdringlich klingt. Zur Verdeutlichung dieser Klangeigenheiten lässt sich gut eine einfache Klavieraufnahme verwenden: Wir spielen eine unbearbeitete Stereo Klavieraufnahme in 96kHz ab. Über die A-20 klingt das Klavier sauber, präzise und unaufgeregt.

Ein höherwertiger Monitor kann darüber hinaus noch deutlich mehr des komplexen Obertonspektrums darstellen, sodass Tastenanschläge direkter und das Sustain des Klaviers voller klingen. Für hochgezüchtete und stark komprimierte Pop/Rockmusik bedeutet das wiederum ein angenehmeres Hören auf den A-20, da sie in diesem Umfeld weniger hart klingen als teurere Monitore. Während der untere Bassbereich für die Größe der Monitore sehr gut klingt, gibt es im Bereich der oberen Bässe etwas viel Fülle. Diese sorgt für Wärme und einen wohligen Klang, geht aber zu Lasten der Detailabbildung.

Mit dem Mitten-Höhen-Poti auf der Vorderseite lässt sich das Grundtimbre der A-20 gut anpassen. Das Konzept des tief ansetzenden linearen Boosts/Cuts hebt sich positiv von den Standardlösungen der Konkurrenz ab. Um zu prüfen, welchen Einfluss der Wandler im A-20 auf den Gesamtklang hat, testen wir die Monitore mit einem Referenzwandler über die Cinch-Eingänge der Nubert Monitore: Der Gesamtfrequenzgang bleibt annähernd gleich während wir in den Mitten eine verbesserte Auflösung wahrnehmen. Diese fällt allerdings gering aus, was uns überrascht. Die Wandler von Nubert können sehr gut mit deutlich teureren Wandlern mithalten. Der USB-Anschluss ist also keineswegs ein Gimmick, sondern ein sehr gut abgestimmter Teil des Gesamtpakets. Insgesamt gefällt uns trotz der kleinen Schwächen in der Auflösung die Räumlichkeit, das Volumen und das relaxte Gesamtklangbild der A-20.

 

Fazit

Entscheidend bei der Betrachtung der nuPro A-20 ist das Einsatzgebiet der Monitore. Ganz so breit wie der Hersteller vorgibt, ist es letztendlich nicht. Für den Gebrauch im Studio, um also ein nüchternes Abbild der Aufnahme zu erzielen und Mixing-Entscheidungen treffen zu können, eignet sich der A-20 nur bedingt. Dass dies nicht das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung war, zeigen auch die Anschlussoptionen der Monitore. Als Abhöre für den Musikgenuss am Computer sind die Nuberts aber wahre Allrounder: Sie spielen jeden Musikstil mit Leichtigkeit und unangestrengten bis zurückhaltenden Mitten sowie warmen, nie hart klingenden Höhen. Der Preis wäre für Studiomonitore günstig - zum Musikhören per USB oder Cinch sind sie schon eine Investition. Aber das Hören mit den Nuberts macht definitiv Spaß.


Daten:
Aktivmonitor, 2 Wege
150 mm Tieftöner
25 mm Hochtongewebekalotte
Bassreflex-Konstruktion
Eingänge: Stereo Cinch, USB
Gewicht: 7,2 kg
Preis: 285,00 € pro Stück  im Direktvertrieb

www.nubert.de